Es ist die Generation, die dank Breitbandverbindungen mit der vollen Porno-Dröhnung aufgewachsen ist : 20-25-jährige Männer masturbieren lieber als Sex mit ihrer Freundin oder mit ihrem Freund zu haben.

Pornos sind seit mindestens 15 Jahren de facto übers Netz frei zugänglich. Von Analsex bis Squirting ist jede erdenkliche Form von Sexdarstellung überall und jederzeit abrufbar. Je nach Studie sind 12 bis 30 Prozent des gesamten Internet-Traffics Hardcore-Material. Kaum Daten gibt es dagegen dazu, welche psychosozialen Folgen der Porno-Konsum hat.

Wenn Pornobilder die eigene Erfahrung ersetzen

Der Sexualpsychologe Christoph Ahlers macht sich Gedanken darüber, wie es sich auswirkt, wenn schon Kinder und Jugendliche mit härtester Pornografie in Berührung kommen. In Eine Stunde Liebe erzählt er von Klienten seiner Paartherapie-Praxis, die lieber zu Pornos masturbieren als Sex mit ihrer Freundin oder ihrem Freund zu haben. Betroffen sind demnach besonders 20- bis 25-jährige Männer - die erste Generation, die Pornos über Breitbandverbindungen bezogen hat. Von Verboten hält der Sexualpsychologe aber nichts. 

"Jugendliche können durch die Pornos den Eindruck gewinnen: So geht geiler Sex und so muss ich das wollen, können und bringen, um sexuell gut anzukommen."
Christoph Ahlers, Sexualpsychologe

In Eine Stunde Liebe erklärt Christoph Ahlers, warum gerade Männer von Pornos angezogen werden, welche Menschen besonders leicht von Pornos abhängig werden und wie wir wieder zu ganzheitlichem Sex kommen. Christoph Ahlers ist Sexualpsychologe und –therapeut mit eigener Praxis in Berlin und Autor des Buchs "Himmel auf Erden und Hölle im Kopf – was Sexualität für uns bedeutet" .

In unserem regelmäßigen Liebestagebuch gibt Sarah* ihren Einstand. Die 25-Jährige erzählt von einem heißen Break bei heißem Wetter mit ihrem Freund.

(*=Name geändert)