Brüste oder die Vagina einer Frau auf der Straße anfassen - die Schweizer Künstlerin Milo Moiré stellte Passanten ihren Körper dafür zur Verfügung. Über die Aktion "Mirror Box" und andere körperbetonte Performances erzählt sie in Eine Stunde Liebe.

Statt Top oder Rock trug Milo Moiré in der Fußgängerzone eine verspiegelte Box. Dann wurde Passanten per Megafon in Düsseldorf, Amsterdam und London angeboten durch ein vorhangverdecktes Loch in die Box zu greifen - und Milos Körper für 30 Sekunden anzufassen. Das Anfassen der Brustwarzen oder Schamlippen wurde mit Kameras in der Box festgehalten. Das zensierte Video zur Aktion "Mirror Box" hat in sechs Wochen mehr als sieben Millionen Klicks bei Youtube.

"Es ging mir nicht nur um die Rechte der Frauen und um sexuelle Selbstbestimmung - wir entscheiden selbst, wann wir uns berühren lassen, und wann nicht. Ich wollte auch ein Bild für die Frauen schaffen, dass sie nicht nur Empfänger von männlicher Sexualität sind, sondern eine eigene, den Männern ebenbürtige Sexualität haben."
Milo Moiré

Aktuell geht Milo Moiré immer wieder auf das Thema weibliche Lust ein. Auch ausgelöst durch die Übergriffe der Kölner Silvesternacht. "Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild, selbst wenn wir nackt sind." - stand auf einem Schild, dass Milo nackt Mitte Januar auf der Kölner Domplatte hochgehalten hat.

"Statt in die Opferrolle muss man sich immer in die starke Rolle begeben, indem man sagt: Selbst wenn ich nackt bin, heißt das nicht, dass ich angefasst werden darf."
Milo Moiré