Etwa jeder Fünfte erlebt es mindestens einmal im Leben: Wir wachen auf, sind aber noch gelähmt. So eine Schlafparalyse kann ganz schön Angst machen. Sie ist aber harmlos, sagt Schlafforscherin Dr. Christine Blume.

Schlafparalysen gelten in der Schlafforschung als "Parasomnien". So nennt man unerwünschtes oder auffälliges Verhalten im Schlaf. Eine Schlaflähmung entsteht, wenn jemand aus dem Rapid-Eye-Movement-Schlaf aufwacht, der Körper aber noch gelähmt ist.

Dabei ist es ganz normal, dass wir unsere Rumpfmuskulatur im REM-Schlaf nicht bewegen können. Diese Funktion des Körpers gibt es, damit wir unsere Träume nicht ausleben. Die sind im REM-Schlaf besonders intensiv.

"Wenn ich einen Mittagsschlaf mache, dann passiert es oft, dass, wenn ich aufwache, ich noch gelähmt bin. Ich habe das Gefühl, dass das eine halbe Ewigkeit andauert."
Johanna (25) erlebt Schlafparalysen seit sie 16 ist

Normalerweise kommt unsere Muskelspannung direkt zurück, wenn
wir aufwachen. Bei der Schlafparalyse ist das aber nicht so. Unser Kopf ist zwar wach, unser Körper aber nicht.

Wenn der Wecker nicht klingelt...

Johanna kennt das sehr gut: Sie erlebt regelmäßig Schlafparalysen,
schon seit sie 16 Jahre alt ist. Allerdings nur, wenn sie sich keinen
Wecker gestellt hat, erzählt sie, etwa beim Mittagsschlaf.

“Ich könnte mir vorstellen, dass der Wecker am Morgen ein Signal ist, dass die Muskelspannung schnell zurückkehren lässt.”
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Schlafforscherin Dr. Christine Blume von der Uni Basel sagt, das könnte daran liegen, dass der Wecker Johanna dabei hilft, direkt vollständig zu erwachen.

Aus der Forschung weiß man, dass Schlafparalysen häufiger bei Menschen vorkommen, die schlecht schlafen. Auch Schichtarbeit oder ein Jetlag können dazu führen, dass Menschen eine Schlafparalyse erleben. In den meisten Fällen ist das aber harmlos, so die Schlafforscherin.

"Eine isolierte Schlafparalyse ohne weitere Symptome ist harmlos."
Dr. Christine Blume, Schlafforscherin an der Uni Basel

Erleben wir zum ersten Mal, eine Schlaflähmung, dann hilft es, einfach ruhig zu bleiben. Meist dauern die Lähmungen nur wenige Sekunden bis Minuten an. Es kann auch helfen, einen kleinen Finger zu bewegen, denn manchmal ist es möglich, durch eine kleine Bewegung die Starre aufzulösen. Generell ist es wichtig, auf guten Schlaf zu achten, damit die Paralysen weniger werden.

In dieser Folge “Über Schlafen” sprechen Schlafforscherin Dr. Christine Blume und Moderatorin Ilka Knigge darüber, wie genau die Schlafparalyse entsteht, und warum manche Menschen sie öfter haben als andere. Außerdem erzählen Johanna und Kay ihre Erlebnisse. Die beiden kennen diesen halb wach, halb schlafenden Zustand seit ihrer Kindheit.

Wir freuen uns über euer Feedback und Themenvorschläge an ueberschlafen@deutschlandfunknova.de.

Unsere Quellen:
  • Über Schlafen
  • Moderatorin: Ilka Knigge
  • Gesprächspartnerin: Dr. Christine Blume, Schlafforscherin, Uni Basel