Das ist ja schamlos! Oder irgendwie doch nicht mehr? Wir sprechen über Sexualmoral und stellen euch zwei Ausstellungen vor. In Eine Stunde Liebe. Jeden Freitag ab 20 Uhr.

Sex im Museum? Na ja, warum auch nicht. Streifen wir durch die Ausstellung "Schamlos?" im Haus der Geschichte in Bonn. Sie zeigt die Veränderungen von der Prüderie der Adenauer-Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg über die Frauen- und Studentenbewegung der 1960er Jahre bis zum Spielen mit Geschlechterrollen heute.

"Die sittliche Ordnung will, das sich der Verkehr der Geschlechter in der Einehe vollziehe, weil der Sinn des Verkehrs das Kind ist."
Zitat aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs (1966)

Wo es in den 50er Jahren noch ein handfester Skandal war, wenn Hildegard Knef kurz nackt über die Kinoleinwand huschte, heben wir heute nur so gerade eben die Augenbraue, wenn Charlotte Roche über schmutzigen Analsex schreibt und "Shades of Grey" mit mainstreamigen Sadomaso-Sex ein Millionenpublikum erreicht. Ein Besucher der Ausstellung fasst es zusammen: "Krass, wie schnell sich die Sexualmoral verändert."

Noch eine Ausstellung, nun aber in Berlin und wieder ist das Thema "Sexualmoral": "Homosexualitäten" im Deutschen Historischen Museum. Da entdecken wir den Paragraphen 175: Sexuelle Handlungen zwischen Männern wird bestraft. Bis in die 60er Jahre wurden in Deutschland mehrere tausend Männer jährlich verurteilt. Dann hat sich langsam die Sexualmoral gewandelt. Die Ausstellung zeigt, wie gleichgeschlechtlicher Sex kriminalisiert worden ist und wie die Medizin sie als Krankheit deklarierte. Und sie zeigt, wie die Lesben- und Schwulenbewegung für ihre Rechte kämpfte.

Aufklärung in Sachen Sex

Wie heute Kampagnen zur Sexualaufklärung entwickelt werden, verrät Elisabeth Pott von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Und im Liebestagebuch verrät euch Philipp neueste Entwicklungen in seinem Privatleben.