Was für ein Spektakel! Nachdem Kanye West der Welt am Donnerstag sein neues Album (und seine neue Modekollektion und einen Videospiel-Trailer) präsentiert hat, ist "The Life Of Pablo" jetzt endlich erschienen. Und so sehr man sich über Kanye wundern oder sogar aufregen kann: Dieses Album ist - wieder mal - ein großer Wurf. Wir hören rein in eine Stunde Musik.

"Ich möchte so viel Schönheit in diese Welt bringen, wie möglich", verkündete Kanye West am Donnerstag im Madison Square Garden bei seiner Album Präsentation. Minutenlang hatte er es nicht geschafft, seinen Laptop einzustöpseln. Als dann aber endlich der erste Song läuft - mit all seinen Chören, Orgeln und Kinderstimmen, wird klar, was Kanye meint, wenn er sagt: "Dieses Album ist ein Gospelalbum". "The Life Of Pablo" ist nicht ganz so schwer verdaulich wie der Vorgänger "Yeezus", und trotzdem ein unglaublich vielschichtiges Album, das sich seinen Platz zwischen Himmel und Hölle sucht.

Wer ist Pablo?

Darüber, wer dieser Pablo ist, auf den sich Kanye West im Albumtitel bezieht, wird übrigens gestritten. Meint er Pablo Picasso, den Maler? Oder meint er: Pablo Escobar, den berüchtigten kolumbianischen Drogenboss, der sich mal ein eigenes Gefängnis gebaut hat, nachdem er zu fünf Jahren verknackt worden war - mit eigenem Fußballfeld und Wasserfall?

Beides würde passen. Als Kanye West letztes Jahr in Oxford eine Vorlesung gehalten hat, hat er sich als Künstler mit Picasso verglichen. Und im Song "No More Parties in L.A." rappt Kanye: "I feel like Pablo when I’m workin’ on my shoes / I feel like Pablo when I see me on the news / I feel like Pablo when I’m workin’ on my house / Tell ‘em party’s in here, we don’t need to go out".

3,359 Likes, 62 Comments - @courtneymelba on Instagram: "@fallsfestival x3 was fun! Thanks y'all for the sweet vibez ✌🏼️photo @dmouse13"
@fallsfestival x3 was fun! Thanks y'all for the sweet vibez ✌🏼️photo @dmouse13

Während Kanye West seine Album-Release-Party endlich hinter sich hat, hat Kendrick Lamar seinen großen Abend noch vor sich. In der Nacht zum Dienstag werden in L.A. die Grammys verliehen. Mit elf Nominierungen liegt Kendrick Lamar vor allen anderen. Gleichzeitig heißt es aber auch Daumen drücken für Courtney Barnett. Die australische Songwriterin ist als beste Newcomerin nominiert und zeigt dem glattgebügelten Mainstream-Musikbusiness mit ihren charmant-lakonischen Songs die kalte Schulter.

Außerdem in Eine Stunde Musik: neue Songs von WhoMadeWho, Me And My Drummer und Porches.