Tainá kombiniert Essen und Kunst. In ihrer Küche finden sich Spuren ihres Lebens:  japanischer Reis, brasilianische Bohnen, deutsches Brot. Dabei ist ihr wichtigste Zutat: Achtsamkeit.

Die Food Art Week in Berlin ist gerade zu Ende gegangen. Tainá hat sie mit organisiert. Eine Mischung aus Aktionskunst, Ausstellungen, Workshops und leckerem Essen. Unter anderem stand eine Tischdecke aus Kresse auf dem Kunst-Speiseplan. Tainá will mit solchen Aktionen, deutlich machen, dass alles zusammenhängt: Lebensmittel, Umweltschutz, Menschenrechte, Klimawandel

"Jeder von uns schmeißt zu viel Essen weg."
Köchin Tainá Guedes

Rechnet man zum Beispiel zusammen, wie viele Lebensmittel wir im Jahr wegschmeißen, dann müsste uns so schlecht werden - so schlecht kann kein Joghurt werden. Gemüse, Brot, selbst lang haltbare Konserven werden irgendwann im Lebensmittel-Schrank vergessen und landen dann irgendwann im Müll. Das ist nicht nur rausgeschmissenes Geld, es sind auch verschwendete Ressourcen. Denn an anderer Stelle werden Lebensmittel dringend benötigt. Deswegen versucht Tainá so wenig wie möglich wegzuschmeißen. Ihr wichtigstes Grundprinzip wird mit dem Wort Mattainai beschrieben, ein Begriff aus dem Buddhismus.

"Mattanai heißt: Ruduce, reuse, recycle."
Köchin Tainá Guedes

Tainás Lebensgeschichte und ihre Rezepte hat sie aufgeschrieben, in einem Buch: Die Küche der Achtsamkeit. "Gutes Essen ist eine Investition in dich selber", sagt sie. "Dann muss ich später vielleicht weniger Geld für Medizin ausgeben."  Eines ihrer Lieblingsgerichte ist die Bohnensuppe ihrer Mutter. Die hat ihre Mama ihr häufig als Kind gekocht, wenn Tainá krank war. "Das hat dann von Tag zu Tag besser geschmeckt und mir Kraft zurück gegeben." Essen und Emotionen gehören eben zusammen!

"Wir essen brasilianische Bohnen mit japanischem Reis und Sojasoße. Das ist lustig."
Köchin Tainá Guedes

Ihre Mutter ist aus Japan nach Brasilien gekommen und hat dort einen Brasilianer geheiratet. Tainá ist in Sao Paulo geboren, hat dort das Studium zur Köchin absolviert und schließlich ihr eigenes Restaurant eröffnet. Damals hat die Mischung aus Kunst und Essen angefangen. Sie wollte die japanische Kultur anderen Menschen nahe bringen.

​"Ich bin mittlerweile germanized!"​
Köchin Tainá Guedes

Seit 11 Jahren lebt Tainá in Deutschland: "In Berlin bin ich fündig geworden." Als sie hier ankam, sollte sie in einem Restaurant arbeiten, doch daraus wurde nichts. Damals stand Tainá mit ihren Koffern auf der Straße, im deutschen Winter. "Doch es ist schwer, mich unglücklich zu machen." Und so sah sie die Chance, ihr eigenes Ding zu machen. Seit 2014 gibt es ihre Entretempo Kitchen Gallery (Link einfügen: http://entretempo-kitchen-gallery.com/) - hier verbindet Tainá die Dinge, die ihr wichtig sind: Kunst, Kulturen, gutes Essen und Achtsamkeit.

In Eine Stunde Talk erzählt sie, wie sie es schafft, wenig wegzuschmeißen, warum Mama gut kocht und wie sie Frieden in einem Glas Wasser findet.