In Düsseldorf ist der Deutsche Webvideopreis vergeben worden. Doch noch immer werden Youtubern Schleichwerbung und Lizenzverstöße vorgeworfen.

Aus einer Szene ist eine Branche geworden: In der bunten Welt der Webvideos geht es bei weitem nicht nur um Videos von Teenagern, sondern um Reichweite, Einfluss und auch um das ganz große Geld. Aber: Immer noch wird Youtubern vorgeworfen, Schleichwerbung zu machen und gegen Lizenzen zu verstoßen. Außerdem: Wer als Youtuber regelmäßig live auf Sendung geht, braucht eine Rundfunklizenz wie ein normaler Sender. 

Die Veranstalter des Webvideopreises, der am 1. Juni 2017 in Düsseldorf vergeben wurde, halten diese Rundfunklizenz für deutsche Youtuber für einen Nachteil: "Jeder Mensch hat das Recht, sein Publikum zu finden", ist das Motto von Markus Hündgen und Dimitrios Argirakos von der European Webvideo Academy. 

Durch Lizenzgebühren von mindestens 1000 Euro und einem komplexen Verfahren sehen sie die publizistische Vielfalt in Gefahr. In einem Offenen Brief haben sie sich an die deutschen Medienanstalten gewandt, um dieses Verfahren zu vereinfachen. Zusammen mit der Landesanstalt für Medien NRW ist daraufhin eine Initiative entstanden, um mit der Medienpolitik eine Änderung des Rundfunkrechts zu beraten

Julien Bam ist der Gewinner des Abends

Mit drei Auszeichnungen ist Youtuber Julien Bam zum Gewinner des Abends gekürt worden. "Rund um den Deutschen Webvideopreis ist eine professionelle Show abgeliefert worden. Er ist mittlerweile in der Liga der großen deutschen Medienpreise angekommen - das bedeutet aber auch, dass er genauso langweilig geworden ist", sagt DWDL.de-Chefredakteur Thomas Lückerath. Der einzige Unterschied zu den restlichen Medienpreisen: Hier säßen im Publikum noch echte Fans, die ihre Gewinner entsprechend unterstützen. 

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