Der Preis alleine ist keine Garantie dafür, dass der Wein auch gut schmeckt. Wie und wo ihr guten Wein einkaufen könnt, erklärt Sommelière Stephanie Döring.

Wein aus dem Supermarkt hatte lange einen schlechten Ruf. Dagegen wirkten manche Weinläden abgehoben und etwas elitär. In den letzten zehn Jahren hat sich das Weingeschäft verändert, sagt Sommelière und Weinhändlerin Stephanie Döring. Mittlerweile würden auch große Discounter mit Produzentinnen und Produzenten zusammenarbeiten und hätten deshalb auch qualitativ hochwertige Weine im Regal stehen.

Auf der anderen Seite gibt es einige Weingeschäfte, die ihr verstaubtes Image abgelegt haben und heute von jungen Händlerinnen und Händlern betrieben werden. Inzwischen ist es egal, ob wir im Supermarkt oder im Weinladen einkaufen, sagt Stephanie Döring.

"Ich verurteile niemanden, der im Supermark Wein kauft. Das ist voll okay und es wird auch immer besser."
Stephanie Döring, Sommelière und Weinhändlerin

Wer Wein im Supermarkt kaufen möchte, sollte wissen, dass es dort erst einmal um die Optik der Weinflaschen geht. Es muss direkt knallen, damit die Weine im Regal unter den anderen konkurrierenden Weinen auffallen, erklärt sie.

Weil wir im Supermarkt in der Regel auf uns alleine gestellt sind, soll das Etikett auf der Flasche uns als eine Art Wegweiser dienen: Dort finden wir Infos über die Rebsorte, zu welchen Speisen der Wein passt und vor allem auch, welche Auszeichnungen er bekommen hat. Diese Infos sollen uns bei der Entscheidung helfen.

Mit Beratung neue Weine finden

Wer Lust auf eine neue Sorte hat, solle sich am besten im Weinladen beraten lassen, rät Stephanie Döring. Die Händlerinnen und Händler kennen die Geschichten der Weine, sind über die Weingüter informiert und wissen, wie die Weine produziert werden.

"Ein Weinhändler nimmt dich an die Hand. Natürlich findet man im Supermarkt auch manchmal kompetente Mitarbeiter, die ein bisschen weinaffin sind, aber das ist eher selten."
Stephanie Döring, Sommelière und Weinhändlerin

Diese Fragen solltet ihr vor dem Weinkauf klären:

  • Wie viel Geld möchte ich ausgeben?
  • Für welchen Anlass möchte ich den Wein kaufen?
  • In welcher Stimmung bin ich gerade selbst?

Eher trocken oder lieblich?

Ist der Wein zum Beispiel für einen lockeren Sommertag mit Freunden im Park gedacht, eigne sich dafür eine leichtere Weinsorte. Plant ihr einen ruhigen Abend mit tiefen Gesprächen und möchtet euch vom Tag entspannen, empfehle sich hier ein kräftiger Wein. Zudem spielt auch die Frage nach dem Säuregehalt eine Rolle: Soll der Wein eher sauer schmecken oder fruchtig? Für eine Weinschorle beispielsweise rät Stephanie Döring zu Weinen mit mehr Säure, die nicht zu schwer sind.

"Ich finde das super, wenn man sagt: 'Ich würde gerne nicht mehr als zehn Euro ausgeben.'"
Stephanie Döring, Sommelière und Weinhändlerin

Wem neben dem Geschmack auch faire Bedingungen in der Weinproduktion wichtig sind, der solle zu Weißweinen mit einem Preis ab vier Euro und zu Rotweinen ab fünf Euro greifen. Damit sei eher sicher gestellt, dass sich das Weingeschäft für die Winzerinnen und Winzer rentiere.

Der Preis für eine Weinflaschen setzt sich zusammen aus:

  • der intensiven Pflege der Weinreben
  • dem Verschluss der Flasche und
  • dem Papier für die Etiketten

Das bedeutet: Die Weinbauern kümmern sich die meiste Zeit des Jahres um den Weinberg. Nach der Ernte brauchen die Weinreben fast elf Monate, um sich zu erholen, sagt Stephanie Döring.