In einer nahen Zukunft gibt es weltweit nur noch wenige Frauen, die Kinder zur Welt bringen können. Schuld daran ist die Menschheit selbst. Sie hat die Luft und das Wasser verseucht. Desfred ist eine dieser Frauen, die im dystopischen Roman "Der Report der Magd" von Margret Atwood mit ihrem Schicksal kämpft.

In "Der Report der Magd" - im Original "The Handmaid’s Tale" - schildert Margaret Atwood eine düstere Zukunft, in der Luft und Wasser verseucht sind. Schuld daran sind die Menschen. Frauen können nur noch selten Kinder bekommen. Und wenn doch, dann werden diese oft krank und mit Missbildungen geboren. In dem totalitären Regime, der amerikanischen Republik Gilead, gelten diese Kinder als "wertlos".

Rot steht für das Leben

Die Protagonistin Desfred dagegen ist für die Gesellschaft "wertvoll", sie ist gesund und kann Kinder bekommen. Deshalb muss sie ein rotes Gewand tragen. Rot steht für Blut, für Leben. Denn Desfred hat schon einmal ein Kind bekommen, ein Mädchen. Doch es wurde ihr weggenommen.

"Desfred wird gezwungen, diese Uniform tragen. Das Rot steht für Blut. Blut steht für das Leben. Und ein Leben soll sie zur Welt bringen. Desfred ist zeugungsfähig. Desfred ist eine Magd."
Lydia Herms, Deutschlandfunk-Nova-Rezensentin

Vor vierunddreißig Jahren erschien erstmals Desfreds Geschichte als Roman. Die düstere Dystopie avancierte inzwischen zum Kultbuch, sagt Deutschlandfunk-Nova-Autorin Lydia Herms. Spätestens seit der Serien-Fassung, die seit 2017 läuft, gibt es niemanden, der beim Anblick von Frauen in langen, roten Gewändern und weißen Hauben wie Scheuklappen nicht an Atwoods Mägde denkt. Denn: inzwischen gehen auch im echten Leben Frauen in roten Gewändern auf die Straße – und zwar, um für ihr Recht und gegen Unterdrückung zu kämpfen.

Freudloses Leben und ein Hauch von Hoffnung

Desfreds Leben ist karg und freudlos – keine Musik, kein Tanzen, Bücher und Schreiben sind verboten. Gespräche zwischen unverheirateten Männern und Frauen sind verboten, und wer sich widersetzt wird gehängt. Desfred ist verzweifelt und niedergeschlagen – bis eines Tages das Flüstern einer anderen Magd an ihr Ohr dringt.

Das Buch

"Der Report der Magd" (im Original "The Handmaid's Tail" von 1985) von Margaret Atwood, aus dem Englischen in Deutsche übersetzt von Helga Pfetsch, Piper 2017, 416 Seiten.

Außerdem erschienen: "Die Zeuginnen" - die Fortsetzung der Geschichte, die 35 Jahre später im Gottesstaat Gilead spielt.