Wem Bio alleine nicht reicht, der achtet beim Einkaufen auch auf die nachhaltige Verpackung - oder verzichtet gleich ganz darauf. DRadio-Wissen-Reporter Stephan Beuting hat den Praxistest gemacht und versucht, seinen Wocheneinkauf in einem Supermarkt zu erledigen, der weitestgehend ohne Plastikverpackung auskommt.

Klopapier, Joghurt, Brot, Milch, Käse, Wurst, Obst, Espresso, Linsen, Porree, Bananen und die Kinder wünschen sich auch noch was von Hello Kitty - Stephan Beutings Liste für den Familieneinkauf ist voll. Gespannt auf das Angebot und mit der Frage, ob er alle Grundnahrungsmittel bekommt, macht er sich auf in Richtung Duisdorf nahe bei Bonn. Der Deinet-Freikost-Laden wird von Hilke Deinet und ihrem Mann betrieben. Das Geschäft liegt in einer Fußgängerzone, die wie ein Gegenentwurf zum Prenzlauer Berg wirkt, wo sonst die hippen und trendigen Dinge passieren.

"Die Idee war schon lange im Kopf, das war immer Hirngespinst-Traum. Konkret ist es vor zwei Jahren geworden, dass mein Mann und ich uns überlegt haben, wir gehen das jetzt an“
Hilke Deinet, Inhaberin

Soja- und Tofu-Produkte aber auch Milch oder Wein - manche Produkte sind nicht für die Verpackungslosigkeit geeignet. Für frisches Obst etwa bekommt Stephan Beuting von Heike Deinet eine Papiertüte, für andere Sachen muss er eigene Gläser oder Dosen zur Aufbewahrung mitbringen. Stephan ist ziemlich überrascht von der Vollständigkeit des Angebots, die Auswahl in dem kleinen Laden aber ist konzentrierter. "Hier hat jemand mit Bedacht vorausgewählt", urteilt Stephan. "Das ist Service, weil ich mich nicht unentwegt zwischen X Alternativen entscheiden muss."

Einkaufen mit gutem Gewissen

Nach dem Einkauf, der geplanter erfolgt als für gewöhnlich, steht für unseren Reporter fest: Der verpackungslose Supermarkt hat das Potenzial den gewöhnlichen Supermarkt zu schlagen. Zeitlich gesehen auf jeden Fall, aber auch der Preis ist in der Endsumme fair. Dazu kommt die kompetente Beratung und das gute Gewissen.

"Ohne Plastik, ohne Risiko, dass genau diese Verpackung irgendwann mal im pazifischen Plastikstrudel ihre Runden drehen wird. Die Praxis ist unglaublich wichtig um unser Bewusstsein und Verhalten zu ändern und das hier ist Praxis pur“
Stephan Beuting, DRadio-Wissen-Reporter