Flugzeug? Segelboot? Ein britischer Extremsportler verlässt sich lieber auf Arme und Beine - und will vom Senegal nach Brasilien schwimmen.

Vom Flughafen Dakar im Senegal nach Natal in Brasilien braucht ihr je nach Flugverbindung zwischen 13 und 16 Stunden. 3000 Kilometer sind das, einmal quer über den Atlantik. Ihr könnt die Strecke natürlich nicht nur fliegen, sondern auch segeln. Oder auch schwimmen. Ja, ihr habt richtig gehört. Genau das will ein britischer Extremsportler jetzt machen. 3000 Kilometer, einmal quer durch den Atlantik. Morgen geht es los.

Swim The Big Blue heißt das ganze Projekt

Hinter Swim The Big Blue steckt Ben Hooper. Er kommt aus Großbritannien und ist 38 Jahre alt. Früher war er mal Polizist, hat aber mit knapp 30 den Job wegen einer Depression an den Nagel gehängt. Seit drei Jahren trainiert er für die Herausforderung, die er morgen antreten will - 3000 Kilometer durch den Atlantik schwimmen, etwa 140 Tage will er dafür brauchen. Jeden Tag 20 Kilometer in zwölf Stunden schwimmen, so der Plan. Dabei verbraucht er zwölftausend Kalorien, die er in Form von Energydrinks und Soldaten-Verpflegung zu sich nehmen will. Vom Meer runterkommen wird er in der ganzen Zeit nicht. Er will auf See auf einem Boot schlafen.

8 Likes, 1 Comments - Benjamin Hooper (@swimthebigblue) on Instagram: "Training time with Tim! April's 2016 #swimthebigblue #waterinstinct"
Training time with Tim! April's 2016 #swimthebigblue #waterinstinct

Künstlich verrotteter Fisch und ein Kabelsystem sollen vor Haien schützen

Die körperliche Leistung ist das eine - aber dann darf natürlich nicht vergessen werden, dass im Meer nicht nur Nemo und Dorie, sondern auch Haie herumschwimmen. Gegen die Raubfische schützt sich Ben Hooper, indem er sie mit dem Geruch von künstlichem verrottetem Fisch ablenkt und außerdem noch ein Kabelsystem dabei hat, das elektrische Signale aussendet. Haie sind dabei aber nicht das einzige Problem - vor ein paar Tagen hat Ben Hooper bei Facebook gepostet, dass er sich in drei Jahren Training das erste und einzige Mal auf einem Kayak in Sicherheit bringen musste - und zwar wegen eines Schwarms riesiger Quallen, die ihn umzingelt hatten.

Ben Hooper wird auf seinem Trip von einem Boot mit elfköpfiger Besatzung begleitet. Darunter ein Arzt und eine Meteorologin. Unterstützung gibt es auch an Land, vor allem jetzt im Vorfeld - von einer Personal Trainerin zum Beispiel, aber auch von einem Sport-Psychologen.

"Ein Franzose nimmt in Anspruch, innerhalb von 71 Tagen von Massachusetts nach Großbritannien geschwommen zu sein. Das ist eine längere Distanz in weniger Zeit - allerdings wurde der Rekord nicht offiziell vom Guinness-Verzeichnis anerkannt."
Anke van de Weyer, DRadio Wissen

Die Reise könnt ihr auch online verfolgen

Auf der Website von Swim The Big Blue gibt es einen Tracker darüber, wie weit Hooper schon geschwommen ist und wo er sich gerade befindet. Dort seht ihr auch, dass er auf seiner Reise im Boot von Großbritannien nach Dakar schon in Porto und auf Lanzarote gehalten hat. Aber richtig spannend wird es natürlich erst ab morgen, wenn er losschwimmt.

Bleibt die Frage, warum sich Ben das Ganze antut. Da spielen bei ihm zwei Grenzerfahrungen eine Rolle. Er ist als Frühchen auf die Welt gekommen und fast an Lungenschwäche gestorben. Und dann ist er mit fünf Jahren fast in einem Swimmingpool ertrunken. Das hat ihm kein Trauma verpasst, sondern genau da hat das mit seiner Nähe zum Wasser begonnen, sagt er.