Einmal Verband abschneiden, eine Naht mit der Pinzette rausholen. Für solche schnellen Vorgänge verwenden die Krankenhäuser meistens Einweginstrumente. Die sind deutlich billiger und werden immer häufiger benutzt – können aber nur teilweise recycelt werden.

Eine hochwertige Schere, gut geschliffen und aus langlebigem Material, kostet ein Krankenhaus um die 60 Euro, eine Einwegschere dagegen nur um die zwei Euro. Außerdem spart man sich bei Einwegbesteck den Aufwand der Reinigung und Sterilisierung. Klingt verlockend. Deshalb steigen die Zahlen für Einweginstrumente in Krankenhäusern auch immer weiter, obwohl sie einen entscheidenden Nachteil haben: Sie können nicht vollständig recycelt werden.

Immer mehr Einweginstrumente

Wie viel Einwegbesteck wirklich verwendet wird, dazu gibt es nur Schätzungen. Für das Jahr 2014 schätzt beispielsweise die Fraunhofer-Einrichtung für Wertstoffkreisläufe und Ressourcenstrategie (IWKS), die sich mit Recycling befasst, dass in Deutschland allein in Krankenhäusern 8000 Tonnen Einmalinstrumente weggeworfen wurden. Und die Tendenz steigt, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Ann-Kathrin Horn.

"Es wird viel weggeworfen. Und der Trend geht auch in die Richtung, dass die Einweginstrumente zunehmen."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Firmen, die diese Einweginstrumente herstellen, bestätigen entsprechende Schätzungen. Der Hersteller "Labor- und Klinikversorgungs GmbH", einer der größeren Anbieter auf dem Markt, schätzt laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA), dass Krankenhäuser und Arztpraxen mittlerweile pro Jahr rund 15 Millionen Einwegscheren, Pinzetten und andere Instrumente in den Müll werfen.

Reinigung funktioniert nicht

OP-Besteck oder beispielsweise Mehrwegscheren werden grundsätzlich so gereinigt: Sie kommen in ein Gerät, den Autoklaven, der sie mit heißem Dampf und Druck reinigt. Damit das Besteck durch den Vorgang nicht rostet, enthält es Nickel. Genau das fehlt dem Einwegbesteck. Sollte man es also im Autoklaven sterilisieren wollen, würde es nicht nur rosten, sondern zusätzlich den Autoklaven verunreinigen und andere Instrumente ebenfalls zum Rosten bringen.

Recycling nur teilweise möglich

Ein Teil des Einwegbestecks kann zumindest recycelt werden, denn es enthält den wertvollen Rohstoff Chrom, der früher nicht recycelt wurde.

"Durch den Recyclingprozess geht immerhin nicht das Chrom verloren, das ist nämlich auch wertvoll und wurde früher nicht recycelt."
Ann-Kathrin Horn, Deutschlandfunk-Nova-Nachrichten

Für diesen Prozess hat das Fraunhofer IWKS besondere Beutel entwickelt. Darin werden Einwegscheren und -pinzetten gesammelt und an Verwertungsfirmen gegeben, die die Beutel samt Inhalt verbrennen und das Chrom wiederverwenden.