Laster und Transporter stinken unsere Städte und Autobahnen voll. Warum sind die ganzen Speditionen und Paketdienste eigentlich nicht mit Elektrofahrzeugen unterwegs?

Sie beliefern die Supermärkte, die Geschäfte, sorgen dafür, dass die Wirtschaft brummt. Die Städte sind voll von Transportern und Lastern. Und sie sind schmutzig und umweltschädlich. Ein dicker Laster schluckt auf 100 Kilometern rund 35 Liter Diesel. Da wäre es doch viel angenehmer für Mensch und Umwelt, liefe der ganze Transport mit Elektrofahrzeugen bei uns an.

Das Problem: Es gibt einfach noch keine e-LKW. Die Elektromobilität bei Nutzfahrzeugen ist immer noch Zukunftsmusik.

Viele Probleme mit dem E-Antrieb

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA für Nutzfahrzeuge präsentieren die Autohersteller gerade, wie sie sich die Zukunft der Elektromobilität vorstellen. Das wird allerdings noch eine ganze Weile dauern: Die ersten Modelle mit E-Antrieb sollen erst in vier bis fünf Jahren auf den Markt kommen. "Die Probleme, die E-Autos haben, sind für LKW noch mal viel krasser", erklärt DRadio-Wissen-Reporter Martin Schütz.

"Die Reichweite von Elektroautos ist noch ein riesiges Problem! Also bleiben erstmal alle beim stinkenden Diesel."
Martin Schütz, DRadio-Wissen-Reporter

40 Tonnen schwere LKW brauchen sehr leistungsfähige Akkus, damit sie sich überhaupt vom Fleck bewegen - aber die gibt es noch nicht. Und dann ist da das Problem mit der Reichweite: Fahrzeuge mit E-Antrieb schaffen etwa 200 bis 300 Kilometer. Für eine lange Tour von ein paar Tausend Kilometern reicht eine Akkuladung nicht - so lässt sich keine Avocado aus Südspanien in den Innenstadt-Supermarkt bringen.

Während wir also auf den technischen Sprung bei elektrischen LKW warten, tüfteln die Autohersteller daran, ihre Dieselfahrzeuge sparsamer zu machen. Laut Verband der Automobilindustrie wollen sie in 10 bis 15 Jahren die Fahrzeuge zum Beispiel auf der Autobahn in Kolonnen zusammenstellen. Nur noch im ersten sitzt ein Fahrer, dann kommen zwei, drei vom Computer gesteuerte LKW. Durch die Fahrt im Windschatten sollen die Laster 10 Prozent Energie einsparen.

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