Soweit die Batterien tragen: Ludwig Merz fährt für seine Abschlussarbeit mit einem E-Tuk-Tuk von Asien nach Europa.

Sie sind klein, schnell, wendig und hupen und flitzen eigentlich überall in Südostasien umher: Tuk-Tuks. Besonders praktisch ist das motorisierte dreirädrige Gefährt, wenn man schnell von A nach B kommen will. Ludwig Merz allerdings hat sich eine etwas aufwändigere Strecke vorgenommen: 20.000 Kilometer will er mit dem Tuk-Tuk von Bangkok nach Toulouse reisen.

"Als ich zum Studium nach Bangkok gekommen bin, sind wir ständig mit dem Tuk-Tuk herumgefahren. Dann haben wir uns angeschaut und gesagt: Lass uns damit zurück nach Europa fahren, das wäre verrückt!“
Ludwig Merz, The Pilgreens

Die zentrale Idee an der Tour: Ludwig tritt die Reise nicht mit einem gewöhnlichen Gefährt an, sondern fährt mit einem Elektromodell. Zwei Freunde nimmt der Student, der International Management in Bangkok studiert, obendrein mit. Die Reise ist Teil seiner Abschlussarbeit im Fach Projektmanagement. Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Remy und Karen will Ludwig zeigen, was sich mit sauberer Energie erreichen lässt.

Drei Kungs vor einem grünen Tuk-Tuk
© The Pilgreens
Das Tuk-Tuk ist quasi "eine Art Riesenrikscha", erklärt der 28-Jährige Ludwig Merz (rechts). Gemeinsam mit seinen Kommilitonen Rémy Fernandes-Dandré und Karen Koulakian fährt er von Asien nach Europa. Das Fahren mit dem Flitzer mussten sie allerdings erst einmal üben.

Quasi nebenbei hat Ludwig bereits einiges in Sachen Sponsorenhandling gelernt. Auch Politiker, Unternehmen und ganz normale Leute will er zu E-Mobilität in den unterschiedlichen Reiseländern befragen. Zwar sind schon einige Modelle mit Elektromotor auf dem Markt zu haben, auf den Straßen aber überwiegen die lauteren, schmutzigeren aber eben auch günstigeren normalen Tuk-Tuks.

Für Langstrecken ausgelegt sind die gängigen E-Tuk-Tuks übrigens nicht. Daher wird sein Modell mit Lithium-Batterien vom Hersteller aus China ausgestattet, als Backup gibt es eine Solarzelle auf dem Dach. Die Straßenzulassung für Europa haben sie schon, nur das Fahren auf den wild befahrenen Straßen in Bangkok musste er erst einmal üben. "Aber ich muss sagen, das macht richtig Spaß, das war weniger schlimm, als ich dachte", sagt Ludwig.

Am 29. Juli soll es nun endlich losgehen - Eigentlich wollten sie längst unterwegs sein, aber ein falscher Buchstabe im Überweisungsträger für die wertvollen Batterien hat sie vier Wochen Zeit gekostet. Die Stationen der Dreier-Crew auf drei Rädern kann man unter www.the-pilgreens.com und ihren Social Media Kanälen mitverfolgen. Praktisch: Da das Team einen Doppelmaster in Bangkok und Toulouse macht, könnte es vielleicht doch noch klappen, pünktlich zur Abschlussfeier ihrer Heimatuni in Toulouse anzukommen.

Die Pilgreen-Crew im thailändischen Fernsehen: