In den vergangenen Jahren hat sich China zur Hochburg des Elfenbeinhandels entwickelt. Doch der Handel dürfte mit dem Verbot mindestens erschwert werden.

Eigentlich war der grenzüberschreitende Handel mit Elfenbein in China schon seit 1990 verboten. Das konnte wegen diverser Ausnahmeregelungen aber leicht umgangen werden. Als dann noch im Jahr 2007 die Erlaubnis der internationalen Staatengemeinschaft kam, dass China und Japan Elfenbein aus Lagerbeständen in Afrika importieren dürfen, schossen staatlich lizenzierte Elfenbeingeschäfte und Schnitzfabriken aus dem Boden. Genauso wie illegale Geschäfte. 

2006 galt Elfenbeinschnitzerei noch als nationales Kulturerbe

Damit dürfte jetzt Schluss sein, denn seit 2018 gilt das Handelsverbot für Elfenbein. Schon seit vergangenem Jahr werden lizenzierte Geschäfte geschlossen und die Branche ist im Umbruch. Und das ist durchaus als fundamentale Kehrtwende zu betrachten, denn 2006 hatte die chinesische Regierung Elfenbeischnitzerei noch als "nationales Kulturerbe Chinas" bezeichnet. 

"Das Verbot kam überraschend. Man munkelt, dass ein Besuch vom britischen Prinz William ein Umdenken bei Chinas Staatschef Xi Jinping bewirkt hat."
Axel Dorloff, Deutschlandfunk Nova über Elfenbeinhandel

Bei einem Gespräch mit dem britischen Königshaus habe sich Xi Jinping wohl über die Folgen aufklären lassen und danach dem Elfenbeinhandel den Kampf angesagt. Dies mag stimmen, muss aber nicht. Jedenfalls hat der Staatsrat im vergangenen Jahr beschlossen, den Handel und die Verarbeitung von Stoßzähnen zu verbieten, was ja jetzt mit Beginn dieses Jahres in Kraft getreten ist. 

"Durch das Verbot gibt es keine legale Struktur mehr für Elfenbeinhandel."
Axel Dorloff, Deutschlandfunk Nova über Elfenbeinhandel

20.000 Elefanten werden jedes Jahr in Afrika gewildert

Tierschützer hoffen jetzt, dass es gelingt, die Nachfrage nach Elfenbein zu senken. Das zumindest wäre der effektivste Schutz für die Tiere. Experten schätzen, dass allein in Afrika jährlich rund 20.000 Elefanten gewildert werden. 

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Es ist davon auszugehen, dass es in China auch weiter Schmuggel mit Elfenbein geben wird. Aber wenn die Prozesskette, so wie erhofft, empfindlich gestört wird, kann schon davon ausgegangen werden, dass der Handel weniger wird.