Elon Musk hat einen drohenden Machtverlust abgewendet und das Misstrauensvotum der Aktionäre überstanden. Der Tesla-Gründer bleibt weiterhin Unternehmenschef und Boardvorsitzender. Bei deutschen Aktiengesellschaften wäre eine solche Doppelfunktion undenkbar.

In der öffentlichen Wahrnehmung pendelt Elon Musk zwischen Genie und Wahnsinn: Die einen halten den Multimilliardär für einen Tech-Visionär, der allen etablierten und schwerfälligen Konkurrenzunternehmen zeigt, was eine Harke ist. Die anderen sind von seinem Ego und seinem extrovertierten Kommunikationsstil einfach nur noch genervt und bezweifeln, dass Musk halten kann, was er Kunden und Investoren verspricht.

Aktionäre stehen hinter Visionen

Gestern allerdings war erst einmal Aufatmen angesagt für Elon Musk. Die Aktionärsversammlung von Tesla hat ihm den Rücken gestärkt und einen drohenden Machtverlust abgewendet. "Das war sozusagen ein Aktionärsmisstrauensvotum, über das da abgestimmt wurde", so unser Reporter Michael Gessat. Auch der Wiederwahl in den Verwaltungsrat von drei Musk-Vertrauten, darunter dem Bruder von Elon Musk, wurde stattgegeben.

"Eine Gruppe von Investoren hat den Antrag gestellt, dass Musk zukünftig nicht mehr zugleich Chief Executive Officer, so was wie der Vorstand und Chairman, also Verwaltungs- oder Aufsichtsratsvorsitzender sein dürfe."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova

Bei einem deutschen Aktienunternehmen ist eine solche Doppelfunktion undenkbar, im angelsächsischen Raum, speziell den USA, sei sie dagegen nicht ungewöhnlich. "Ob die eben sinnvoll ist, kann man bezweifeln", so Michael Gessat.

Musk mag keine kritischen Journalisten 

Den reinen Abstimmungszahlen nach, hat Musk weiterhin eine breite Unterstützung. "Allerdings gehören ihm ja schon 20 Prozent der Aktien selbst, dazu noch mal die der Vertrauten. Die Rebellen hätten laut Tesla-Regeln eine Zweidrittelmehrheit gebraucht", so Gessat.

"Das Problem ist eben nur, alles bei Tesla beruht auf Musks Sicht und Interpretation, der Mann ist eben Egomane. Und wenn irgendjemand seine Sicht nicht teilt, dann wird er recht unangenehm."
Michael Gessat, Deutschlandfunk Nova