Habt ihr euch mit euren Eltern schon mal darüber unterhalten, was eigentlich passiert, wenn sie sterben? Was sie sich wünschen - und wer das bezahlt? Wir nicht - noch nicht.

Wer kann sich schon vorstellen, wie es genau ist, wenn die Eltern nicht mehr da sind? Es ist nachvollziehbar, dass es schönere Anlässe für ein Gespräch gibt. Trotzdem sollte Einiges geklärt sein. Gerade, solange die Eltern noch fit sind.

"In Deutschland sind wir als engste Angehörige verpflichtet, unsere Familienangehörigen zu bestatten und dafür aufzukommen. Selbst wenn die sich 25 Jahre nicht gesehen haben."
Brian Müschenborn, Theologe und Bestatter

Brian Müschenborn ist Theologe und Bestatter. Er weiß, welche Dinge sich am besten noch vor dem Ableben regeln lassen. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind aber eher komplexe Themen. Der Fachmann empfiehlt deshalb, den Hausarzt und vielleicht einen Anwalt mit hinzuzuziehen, damit im Fall der Fälle alles gut geregelt ist.

"Der Wunsch des Verstorbenen zählt immer viel. Viel mehr als meine eigenen Bedürfnisse. Das sollte man auch respektieren."
Brian Müschenborn, Theologe und Bestatter

Einige Dinge laufen immer wieder falsch. Hier ein paar Tipps vom Bestatter:

  • Wünsche zur Bestattung nicht ins Testament schreiben, denn das wir häufig erst nach der Bestattung eröffnet - dann ist es zu spät!
  • Besser: Einen Ordner dafür anlegen, die Wünsche in die Akte des Arztes packen oder bei einem nahe stehenden Menschen hinterlassen 

Für die Planung im Vorfeld gibt es diverse Bücher und Checklisten im Internet. Zusätzlich kann Folgendes weiterhelfen, rät der Fachmann:

  • Es tut gut, das Ganze mit Geschwistern, Verwandten oder Freunden zu besprechen
  • Bei finanziellen Fragen gibt es Verbraucherschutzorganisationen, die diese Aspekte erklären (zum Beispiel Aeternitas)
  • Auch die Bestatter sind organisiert und bieten Informationen an (Bestatter.de)

Bestattungspflicht und Friedhofzwang

Die Bestattungspflicht trifft die nächsten Verwandten. Die Frage nach der Finanzierung kann einen überfordern. Das rechtzeitige Gespräch mit den Eltern ist der richtige Rahmen, diese zu beantworten.