Werden Nacktfotos von Frauen im Netz geleakt, heißt es schnell: Selbst schuld, passt doch besser auf eure Bilder auf. Emma Holten kann dieses Argument nicht verstehen. 2011 tauchten Nacktfotos von ihr im Netz auf - ohne ihre Zustimmung. Genau darum geht es aber: das Einverständnis.

"Diese Bilder sind der Versuch, mich als sexuelles Subjekt und nicht als Objekt darzustellen. Ich schäme mich nicht für meinen Körper, aber er gehört mir. Das Einverständnis ist der Schlüssel."
Emma Holten über die Nacktfotos, die von ihr im Netz auftauchten

Als Emma 17 war, hat sie ihrem Exfreund Nacktfotos von sich geschickt. Zwei Jahre später tauchen diese Bilder im Netz auf - zuvor waren Emmas E-Mail-Account und ihr Facebookprofil gehackt worden. Ihre Postfächer waren voll mit Nachrichten von Fremden, üblen Beschimpfungen. Wer ihren Namen googelte, bekam als erstes die Nacktfotos zu sehen. Arbeitskollegen sprachen sie darauf an. Emma hatte das Gefühl, ihre Identität zu verlieren. Sie war das Opfer von Revenge Porn - von geleakten Nacktaufnahmen.

Als sie die Webseiten kontaktierte, und darum bat, die Bilder offline zu nehmen, bekam sie immer wieder dieselbe Antwort: Sie sei eine Schlampe und selbst Schuld, dass die Bilder online stehen. Irgendwann versteht Emma: Es geht gar nicht um sie, sondern um Machtgefühle und Frauenhass.

Emma wehrt sich - nackt

Emma will ihr Leben zurück. Sie beschließt Nacktfotos von sich machen zu lassen, so wie sie sich selbst sieht und diese Bilder im Netz veröffentlichen. Sie bittet die Fotografin Cecilie Bødker um Unterstützung. Es entstehen Bilder, die Emma nackt in Alltagssituationen zeigen.

"Und dann hab ich gedacht, okay eigentlich schreibe ich, aber das ist eine Attacke mit Bildern und ich muss darauf mit Bildern antworten!"
Emma Holten

Consent is key

Einen Tag bevor Emma die Bilder ins Netz stellen will, kommt es in Hollywood zu einem anderen Nacktfotoskandal: the Fappening. Im Sommer 2014 wurden Nacktfotos von Promis wie Jennifer Lawrence und Kirsten Dunst geleakt und landeten im Netz. Die Promis hatten die Bilder in der iCloud gespeichert. Jennifer Lawrence und Co mussten sich übrigens dieselben Argumente wie Emma anhören: Sie seien selbst Schuld, wenn sie solche Fotos von sich machen. Emmas Antwort darauf: Consent is key.