Er ist jung, er sieht gut aus - und er gehört keiner Partei an. Emmanuel Macron tritt mit seiner Bewegung "En Marche!" als unabhängiger Kandidat bei der Präsidentschaftswahl an. Umfragen sehen ihn im Aufwind - inzwischen macht er als "dritter Mann" der Wahl Furore.

In den letzten Monaten vor seinem Rücktritt aus der Regierung des sozialistischen Premierministers Manuel Valls wurde immer wieder über die Ambitionen Macrons spekuliert. Jetzt sagt der Polit-Jungstar und Ex-Bankier: Er will alles anders machen. Macron, Sohn eines Ärzte-Ehepaares, ist gerade 39 geworden – und schon Großvater. Er hat nämlich seine ehemalige Franzözisch-Lehrerin geheiratet. Die ist 18 Jahre älter als er und hat schon drei Kinder. Macron hat sie adoptiert.

"Er wäre der jüngste Präsident Frankreichs. Viele sagen, er sei der einzige Kandidat, der die Digitalisierung wirklich verstanden hätte, weil er mit ihr groß geworden ist."
Jürgen König, DRadio-Wissen-Korrespondent in Frankreich

Meinungsforscher sehen den Chef der Bewegung "En Marche!" im Vorteil, falls sich Hamon als Spitzenkandidat der Sozialisten durchsetzen sollte. Macron studierte Philosophie und schrieb abschließend über Machiavelli und Hegel.

Ehrgeizig und arbeitswütig

Dann studierte er Verwaltungswissenschaften an einer französischen Elite-Hochschule. Macron ist ein sehr guter Pianist, ehrgeizig, arbeitswütig. Er war im Finanzministerium, und er war Investment-Banker und machte sich dort zum Millionär.

"Viele Franzosen, nicht nur seine Anhänger, sehen ihn als den richtigen, um Frankreich aus der Wirtschaftskrise herauszuführen."
Jürgen König, DRadio-Wissen-Korrespondent in Frankreich

Staatspräsident Hollande holte Macron als Berater in den Élysée-Palast, da war er 34 Jahre alt. Zwei Jahre später wurde er Wirtschaftsminister. Und noch als solcher gründete er dann 2016 seine Bewegung "En Marche!". Jetzt, da die Chancen des konservativen Kandidaten schlechter werden - die Zeitung "Le Canard Enchaîné" hatte enthüllt, dass Fillon als Abgeordneter seine Frau jahrelang als parlamentarische Mitarbeiterin beschäftigt hatte - könnte die Stunde Macrons gekommen sein.