Von wegen Universalcode: Emojis können ganz schön missverständlich sein. Zeit, richtig mit ihnen umzugehen. Nämlich ein bisschen kreativer.

So ein Zwinkersmiley ist immer praktisch, wenn wir sichergehen wollen, dass etwas wirklich als Witz ankommt. Nicht immer sind die bunten Emojis jedoch ganz eindeutig. Das gilt auch für unseren Lieblingsemoji mit den tränenden Augen und dem lachenden Gesicht. Weint es jetzt vor Glück? Oder kommen ihm doch vor Lachen die Tränen?

Aggro-Zähne oder Grinsen?

Wissenschaftler der Universität von Minnesota wollten herausfinden, wie gut wir Emojis zuordnen können. In einer Studie haben sie Probanden gebeten, 22 der beliebtesten Emojis einer Stimmung zuordnen - von sehr negativ bis sehr positiv. Ihr Ergebnis: dieselben Emojis wurden total unterschiedlich wahrgenommen. Für die Forscher war das Ergebnis nicht verwunderlich, denn Gesichtsausdrücke haben oft einen Bedeutungsspielraum, erklärten sie. So kann das Zeigen der Zähne als Grinsen, aber auch als aggressive Mimik verstanden werden.

Ein Whatsapp Screenshot mit einem Emoji, der die Zähne zeigt.
© DRadio Wissen (Screenshot Whatsapp)
Emojis mit entblößten Zähnen gibt es mit offenen Augen und mit lachenden Augen. Der Unterschied zwischen beiden ist nicht allen sofort klar.

Und dann gibt es noch kulturelle Unterschiede. In Japan etwa, quasi das Heimatland der Emojis, werden einige Zeichen anders verwendet als bei uns. So steht das Emoji, dem Dampf aus der Nase kommt, nicht für "ich schnaube vor Wut" - sondern für Triumph und Erhabenheit. Auch wird manches je nach Betriebssystem anders dargestellt. Sehen die erhobenen Hände auf Android-Handys noch nach Feiern aus, erinnern sie bei Microsoft eher an das "Hände hoch!" des Bankräubers.

Unicode ist nicht die Universal-Lösung

Natürlich lässt sich in der Unicode-Datenbank nachschlagen, was die aktuell 1624 Emojis ursprünglich bedeuten sollen - zumindest, was sich das Unicode-Konsortium dabei gedacht hat. Allerdings heißt das noch lange nicht, dass dies auch der Message entspricht, die der Absender senden will. Für Stephan Porombka, Professor für Texttheorie und Textgestaltung an der Universität der Künste in Berlin ist klar, dass Emojis nie komplett als Universalcode funktionieren können.

"Emojis werden immer in verschiedenen Kontexten verwendet. Jeder Emoji fordert von demjenigen, der ihn empfängt, dass er den Kontext mit liest und übersetzt."
Stephan Porombka, Universität der Künste Berlin

"Wenn man begriffen hat, dass das neue Rätselspiele sind, bei denen es nicht um Eindeutigkeit geht, sondern um Spaß, dann kann man davon wirklich sehr, sehr viel haben", sagt Stephan Porombka. Ein gutes Beispiel dafür, wie wir Emojis für neue Bedeutungen kapern können, ist das Auberginen-Emoji: für die einen ist es einfach eine kulinarische Zutat. Für die anderen eine Sexting-Aufforderung zu etwas eindeutig Zweideutigem. Im Zweifel hier: lieber nachfragen ;-)

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