Wenn die Kinder zu Hause ausziehen, ist das meist vor allem für die Mutter eine große Umstellung. Einerseits haben sie eine Freiheit gewonnen, die sie nutzen können. Andererseits ist da Traurigkeit und Leere. Die Veränderung kann bis zur Depression führen.

25 Jahre lang war sie Mutter. Sie hat sich gekümmert, die Kinder jeden Tag gesehen, durch sie eine Struktur gehabt. Und jetzt ist das plötzlich alles vorbei. Die Kinder sind aus dem Haus, die Struktur ist weg, für manche sogar eine Art eine Lebenssinn.

Die meisten Mütter trauern über den Beginn des neuen Lebensabschnitts, gewöhnen sich nach einer gewissen Zeit aber und genießen vielleicht sogar ihre neu gewonnene Freiheit. Doch für manche Frauen ist das Ausziehen der Kinder so schlimm, dass sie sich ohne Hilfe nicht damit abfinden können.

Jetzt wieder Ehepaar

Sie suchen dann zum Beispiel die Selbsthilfegruppe "Emty Nest Moms" in Berlin auf, die Bettina Teubert leitet. Teubert ist selbst Mutter zweier Kinder, die bereits ausgezogen sind. Auch sie hat damals in die leeren Jugendzimmer geguckt und gedacht: Boah, das war’s jetzt.

Auch für die Väter ist der Auszug manchmal nicht leicht, wenn auch seltener als für die Mütter. Für beide gilt: Sie sind jetzt primär wieder ein Ehepaar, nicht mehr Eltern - auch eine Situation, an die sie sich gewöhnen müssen.