Über zwanzig Jahre war Hagen Raucher. Alle Warnungen hat er in den Wind geschossen. Bis vor einem Jahr. Seitdem ist er Nichtraucher, weil er sich sagt: Ich darf rauchen, ich will aber nicht.

In Deutschland gibt es mehr als 16 Millionen Raucher, statistisch wird das Rauchen jeden Zehnten von ihnen umbringen. Zu dieser Risikogruppe wollte Deutschlandfunk-Nova–Hörer Hagen nicht mehr gehören.

"Am 13.5.2016 habe ich im Rahmen eines Nichtraucherseminars meine letzte Zigarette ausgedrückt und war davor über 20 Jahre Raucher, mit Pausen,aber dann habe ich immer wieder angefangen."
Deutschlandfunk Nova Hörer Hagen

Hagen ist 40 Jahre alt. Knapp die Hälfte seines Lebens hat er geraucht. Im Durchschnitt zehn Zigaretten am Tag. Er sagt, umgerechnet habe er ganze Monate nur mit Rauchen zugebracht. Diesmal ist er überzeugt, dass er es schaffen kann, weil er seine Einstellung zum Nichtrauchen geändert hat:

"Vorher als ich aufgehört habe, habe ich gesagt, ich darf nicht mehr. Jetzt sage ich: Ich darf, aber ich will nicht mehr."
Deutschlandfunk-Nova-Hörer Hagen

Rauchen macht hässlich, Rauchen macht impotent, Rauchen verursacht Krebs. Das alles steht auf Zigarettenpackungen, Werbeplakaten und Antirauchkampagnen. Als Hagen noch Raucher war, waren ihm diese Botschaften egal.

"Du weißt ja, dass es ungesund ist. Du weißt das ja, das könnte Lungenkrebs verursachen. Ja, aber doch nicht bei mir, nur bei den anderen."
Deutschlandfunk Nova Hörer Hagen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Rauchern, die aufhören wollen, die sogenannte Schluss-Punkt-Methode: Ab einem bestimmten Tag sollen die Raucher aufhören. Es sei entscheidend, sich auf diesen Tag gut vorzubereiten. Und sich "Strategien gegen das Rauchverlangen zu überlegen."

"Man hat dieses Verlangen im Bauch. Ein Ziehen. Man denkt ganz oft ans Rauchen, das ist ein Gedanke, der sich immer im Kopf dreht und über den man einfach drüber geht."
Deutschlandfunk-Nova-Hörer Hagen

Wasser trinken als Ritual

Statt zu rauchen, trinkt Hagen jetzt ein Glas Wasser. Die ersten zwei Wochen waren schwer. Heute kann er neben seiner rauchenden Freundin auf dem Balkon sitzen und ein Glas Wasser trinken. Wasser trinken, sagt er, war so eine Art Ritual seines Entzugs.

"Mir hat geholfen, dass ich früher Yoga gemacht habe, dieses: Es hört gleich wieder auf. Und das stimmt: Es hört gleich wieder auf. Und: Sport. Schwimmen im Winter, joggen im Sommer, das hat mir geholfen."
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Studien zufolge hat Nichtrauchen sofort einen positiven körperlichen Effekt: Der Blutdruck sinkt, die Durchblutung wird besser, der Husten weniger. Auch Hagen kommt nun einfacher die Treppe rauf und beim Tauchen leichter und länger runter in die Tiefe.