Wir sollen Energie sparen und dafür kürzer und weniger oft duschen – vielleicht sogar kalt. Alles keine Problem, sagt Hautärztin Yael Adler. Die "Krisenherde" des Müffelns sollten wir mit milden Waschsubstanzen bekämpfen.

Um was geht es eigentlich beim Duschen? Schweiß, Staub und Hautschuppen sollen möglichst weggespült werden. Deshalb reicht es nach Ansicht von Hautärztin Yael Adler, den Körper großflächig mit Wasser abzuspülen.

"Beim Duschen reicht es wirklich, den ganzen Körper, vor allem die großen Flächen, nur mit Wasser überlaufen zu lassen."
Yael Adler, Hautärztin

Da, wo wir eher mal müffeln, Yael Adler spricht von "Krisenherden", können wir mit einer milden Waschsubstanz gründlicher waschen. Sie empfiehlt eine Waschsubstanz auf Basis von mildem Zucker und Kokostensiden aus dem Bioladen mit einem PH-Wert 5 und ohne Duftstoffe zu nehmen. Diese sparsam eingesetzt würde vollkommen reichen.

Keine Angst vor Käsefüßen

An den Füßen sammelt sich Schweiß und Bakterien, die den Schweiß zersetzen und auch Hornschuppen verspeisen. Dadurch entsteht der typische Käsegeruch, erklärt Yael Adler. Der lasse sich aber ganz leicht mit Wasser abspülen. "Wer das Gefühl hat, das reicht nicht, nimmt eine milde Waschsubstanz dazu."

Wir sollten aber keine alkalische Seife nehmen, sagt die Hautärztin. Oft reiche es, wenn die Füße einfach beim Duschen Wasser und noch so bisschen Seife abbekommen. Danach die Füße gut abtrocken, das würde ausreichen.

Was wir aber auf keinen Fall vernachlässigen sollten: Hände nach dem Klo und vor dem Essen gründlich waschen.

Kalt duschen: Sehr energiesparend und gesund

Um noch mehr zu sparen, können wir auch kalt duschen. Kurz kalt abspülen reicht aus, meint Yael Adler. Wer stark verschmutzt ist, hat es mit warmem Wasser und einer Waschsubstanz leichter, weil sich der Dreck dann leichter löst.

"Die Steinzeithaut hat damals keine heiße Dusche und Seife gekannt. Da sprang man, wenn überhaupt, nur mal schnell in den See. Aus gesundheitlicher Sicht ist kaltes Duschen total okay."
Yael Adler, Hautärztin

Überhaupt ist unsere Haut so angelegt, dass sie sich selbst reinigt und pflegt "und eigentlich gar nicht geduscht werden wollen würde", sagt Yael Adler. Über die Jahrhunderte ist uns aber Hygiene beigebracht worden, die anders als die Biologie unserer Haut ist.

Deshalb rät Yael Adler zu einem Kompromiss. Täglich duschen wäre okay, wenn:

  • wir nur Wasser verwenden
  • nicht zu heiß
  • und nur kurz duschen.

"Das ist für die Haut gesünder und passt auch – leider – zur aktuellen politischen Weltlage", so die Hautärztin.