Seit Anfang Februar sind Smart-Meter Pflicht für Haushalte, die einen Jahresverbrauch von 6000 Kilowattstunden haben. Damit kann der Stromverbrauch exakt erfasst werden. Für Verbraucherinnen haben die intelligenten Stromzähler kaum Vorteile.

Seit 2016 gibt es schon das "Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende", indem festgelegt wurde, dass ab einem Jahresverbrauch von 6000 Kilowattstunden ein Smart-Meter Pflicht wird. Das betrifft vor allem größere Haushalte, in denen mehr Personen leben. Deutschlandfunk-Nova-Reporter Michael Gessat hat es aber selbst als Single schon mal geschafft, 4400 Kilowattstunden zu verbrauchen. Danach hat er sich LED-Lampen und einen energiesparenden Kühlschrank besorgt.

"Allgemein gelten 6000 Kilowattstunden so als Durchschnittsverbrauch ab fünf Personen. Ich muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich es selbst schon mal allein auf 4400 Kilowattstunden geschafft habe."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat zunächst Geräte getestet, ob sie den gesetzlichen Normen entsprechen. Drei Smart-Meter hat das BSI zertifiziert, sodass diese jetzt im Handel erhältlich sind. Anders als die analogen Stromzähler, die nur den Verbrauch insgesamt erfassen, zeichnen Smart-Meter minutiös oder vielmehr sekündlich den Stromverbrauch auf. Die Daten werden direkt übers Internet an die Stromversorger weitergeleitet.

Datenschutzbedenken bei Smart-Meter

Die Datenanalyse des Stromverbrauchs gibt ziemlich viel Auskunft über den Stromkunden: Wann er zu Hause ist, schläft, kocht oder im Netz surft. Das BSI sollte durch die Zertifizierung der Geräte Datenschutzbedenken ausräumen, also dass zumindest die Daten nicht von Dritten abgegriffen werden können.

"Da gibt es massive Datenschutzbedenken, und deswegen gab es auch die Überprüfung und Zertifizierung durch das BSI."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter

Die Smart-Meter sollen aber nicht nur unseren Verbrauch exakt erfassen, sondern uns auch helfen, unseren Verbrauch effizient und optimal zu gestalten. Wenn es beispielsweise nachts ein Strom-Überangebot gibt oder Strom gerade billig ist, das E-Auto aufzuladen.

Smart-Meter-Nutzen für Verbraucher gering

Denkbar wäre, als Verbraucherinnen Sonderangebote von Stromanbietern dann zu nutzen, wenn der Verbrauch hoch ist und flexibel zwischen den Tarifen hin und her zu wechseln, um die günstigsten Angebote zu nutzen. Leider gibt es diese flexiblen Tarife für Verbraucherinnen noch gar nicht. Deshalb bringen die Smart-Meter uns noch nicht so viel.

"Die Smart-Meter bringen momentan kaum etwas, aber kosten erst mal Geld, das auf uns Verbraucher umgelegt wird – da könnte also bei vielen Leuten zusätzlich zu den Strompreiserhöhungen auch noch ein Hunderter für den Smart-Meter dazukommen."
Michael Gessat, Deutschlandfunk-Nova-Reporter