Schnell noch einen Energydrink rein und dann ab auf Piste! Doch dann: Herzflattern, Kreislaufzusammenbruch, Kollaps - Koffeinschock! Dieser kann sogar tödlich enden.

Ein Koffein-Schock kann zu gesundheitlichen Komplikationen führen, im schlimmsten Fall sogar tödlich sein, erklärt Wissenschaftsautor Volker Mrasek.

Das bestätigt ein Bericht der französischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (ANSES). Darin werden über 200 Fälle mit gesundheitlichen Komplikationen aufgelistet, die im Zusammenhang mit einer Koffein-Überdosis nach dem Genuss von Engergydrinks stehen. In fast 80 Fällen mit Todesfolge, so die französische Behörde, sei der Auslöser möglicherweise der übermäßige Konsum von Energydrinks gewesen.

"Wer Herzprobleme hat, sollte mit Energydrinks vorsichtig sein oder darauf verzichten. Nur weiß nicht jeder, dass er ein schwaches Herz hat."
Volker Mrasek, Wissenschaftsautor

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erwähnt diese Fälle, geht aber nicht näher darauf ein, sagt Volker Mrasek. "Etwa 52 Prozent der erwachsenen und 41 Prozent der jugendlichen Konsumenten gaben an, bei sportlichen Aktivitäten 'Energiegetränke' zu sich zu nehmen", ist eine Feststellung, die die EFSA aus den Daten der europäischen Länder herausliest. Für Gesunde seien 200 Milligramm Koffein unmittelbar vor körperlicher Betätigung wie Sport oder Tanzen unbedenklich, teilt die Behörde mit. Alfonso Lampen vom Bundesinstitut für Risikobewertung rät dagegen Menschen mit einer Vorschädigung des Herzens davon ab, Energydrinks zu sich zu nehmen. Auch Menschen, die Medikamente einnehmen, sollten besser die Finger davon lassen.

Risiko unbekannte Herzerkrankungen

Koffein kann den Puls und den Blutdruck erhöhen oder sogar Herzrhythmusstörungen verursachen, sagt Volker Mrasek. Deshalb sollten Menschen mit einer Herzschwäche wenig oder gar kein Koffein konsumieren. Doch nicht jeder weiß, dass er eine Herzerkrankung hat. Im Profi-Fußball seien schon Spieler während des Matchs tot umgefallen, eben weil Herzprobleme nicht bekannt waren. Eben weil das Risiko unerkannter Herzprobleme besteht, hält Volker Mrasek die neue EFSA-Bewertung nicht für alltagstauglich.

Wenig aussagekräftiger Bericht

Unbedenklich seien laut EFSA 200 Milligramm Koffein in einem Zug, was ungefähr zwei Tassen Kaffee entspricht. Auf den ganzen Tag verteilt, könnte man sogar 400 Milligramm Koffein konsumieren. Eine 250 Milliliter-Dose Energydrink enthalte fast so viel Koffein wie eine Tasse Kaffee, sagt Volker Mrasek. Allerdings, warnt er, gibt es Energydrinks, die weit mehr Koffein enthalten als 100 Milligramm. Für diese Koffein-Bomben gibt es inzwischen eine Kennzeichnungspflicht.

Die Koffeinrichtwerte der EFSA gelten für alle bis auf Schwangere. Diese sollten möglichst wenig Koffein zu sich nehmen, da sich der Konsum auf das Gewicht des Fötus auswirken kann. Studien zeigen, dass bei Schwangeren, die mehr als 200 Milligramm Koffein täglich zu sich nehmen, das Gewicht des Kindes bei der Geburt niedriger ist als im Durchschnitt.

Litauen verbietet Energydrinks für Kinder

Wie viel Koffein Kinder und Heranwachsende konsumieren dürfen, sagt die EFSA nicht, da noch nicht genügend Studien zu dem Thema vorliegen. Was sie aber anhand von Daten der europäischen Länder feststellt, ist, dass jeder zwölfte Heranwachsende in Europa hin und wieder mehr als 200 Milligramm Koffein mit einem Energydrink zu sich nehme - und zwar innerhalb kürzester Zeit. Das sei eine Menge, so Volker Mrasek, die die EFSA nicht einmal mehr für einen gesunden Erwachsenen für unbedenklich hält. Litauen hat Energydrinks für Kinder und Jugendliche inzwischen verboten.

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