Im Netz und in England ist der Ärger gerade groß: Nach dem EM-Finale – und den verschossenen Elfmetern – werden drei schwarze Fußballspieler der englischen Nationalmannschaft wegen ihrer Hautfarbe angefeindet. Andere wiederum verurteilen die rassistischen Posts und fordern Strafen für die Urheberinnen und Urheber.

Während der Fußball-Europameisterschaft der Männer hat sich die englische Nationalmannschaft vor jedem ihrer Spiele symbolisch gegen Rassismus und Diskriminierung positioniert: Sieben Mal haben sie gespielt, sieben Mal sind sie vorher auf die Knie gegangen.

Jetzt hat das verlorene Finale der Engländer gegen die italienische Nationalmannschaft im Netz und in England eine Debatte um Rassismus ausgelöst. Nachdem die Spieler Jadon Sancho, Marcus Rashford und Bukayo Saka am Ende des Spiels beim Elfmeterschießen nicht das Tor getroffen haben, wurden sie in sozialen Netzwerken aufs Übelste beleidigt und beschimpft.

Entsetzen wegen rassistischer Beiträge

Zwischenzeitlich haben sich die Beleidigungen so stark verbreitet, dass sogar das N-Wort auf Twitter getrendet ist. Obwohl der Großteil der rassistischen Kommentare inzwischen gelöscht ist, tauchen im Netz noch Screenshots davon auf.

"Die Debatte dominieren leider wieder mal die Hater."
Dominik Peters, Deutschlandfunk Nova

Mittlerweile trendet der Hashtag #SayNoToRacism auf Twitter. Der Gegenwind gegen die Nutzerinnen und Nutzer, die die rassistischen Beleidigungen zu verantworten haben, ist groß. Sowohl der britische Premierminister Boris Johnson als auch der englische Fußballverband verurteilten die Beleidigungen scharf.

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Polizei ermittelt

Der Londoner Verein Leyton Orient hat inzwischen Konsequenzen gezogen und einem Fan, der sich bei Twitter rassistisch geäußert hat, ein Stadionverbot von drei Jahren erteilt. Nach eigenen Angaben soll auch die Polizei ermitteln.

Facebook hat ebenfalls angekündigt die rassistischen Beiträge auf seiner Plattform Instagram zu untersuchen.