Im Schnitt müssen wir pro Tag 20.000 mal eine Entscheidung treffen. Klar, oft geht's "nur" darum, was wir essen oder trinken wollen, aber manchmal stehen auch folgenschwerere Entschlüsse an. So oder so: Entscheiden fällt uns oft schwer. Es gibt aber Hilfe - jenseits vom Münzen werfen.

Forscher in Ohio wollten wissen, wie schnell und problemlos Menschen zu einer Entscheidung kommen. Sie fanden raus: Menschen mit Macht tun sich in bestimmten Situationen schwerer, Entscheidungen zu treffen. Und zwar dann, wenn die Faktenlage unklar ist. Wenn also beide Optionen ungefähr gleich schwer wiegen, dann brauchen mächtige Leute länger für einen Entschluss.

Keine Entscheidung ist auch eine

Aber nicht nur Menschen in Machtpositionen fällt es oft schwer, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Auch wir Normalos grübeln viel: Was studieren, was arbeiten? Wo wohnen, und mit wem? Dass uns die Entscheidung oft so schwer fällt, liegt laut Zeitmanagement-Coach Markus Dörr auch daran, dass wir nicht absehen können, welche Folgen die Entscheidungen für die Zukunft haben. Er trainiert und berät Führungskräfte und kennt das Problem also.

"Wenn ich eine Entscheidung nicht treffe, ist das auch eine Entscheidung."

Sich vor Entscheidungen zu drücken, bringt aber nichts, sagt Markus Dörr. "Irgendwann muss ich sie treffen und die wird nicht besser." Mithilfe der klassischen Pro- und Kontra-Liste könnt ihr die Entscheidung zumindest schon mal vom Gefühls- in den Ratio-Bereich herausholen.

Die SWOT-Technik

Die Vorgehensweise findet Coach Markus Dörr zwar nicht schlecht, er hat aber noch eine bessere Idee: die SWOT-Technik. Dabei lotet ihr die Stärken und Schwächen im hier und jetzt und die Chancen und Risiken eurer Entscheidung für die Zukunft aus. Ein Vierfeldschema für jede Wahlmöglichkeit. Soll heißen: Oben links kommen die Stärken hin, oben rechts die Schwächen in der Gegenwart. Darunter die Chancen und Risiken für die Zukunft.

Wenn das alles nichts hilft, dann bleibt immer noch die gute alte Möglichkeit, eine Nacht drüber zu schlafen. Oder auf sein Herz zu hören.

"Viele Entscheidungen sind auch leichter zu treffen, wenn ich meinen Blick auf einen späteren Zeitpunkt werfe."
Markus Dörr