Auf die "unsichtbare" Arbeit im Haushalt oder in der Familie, die überwiegend Frauen leisten und die fast immer unbezahlt ist, will der "Equal Care Day" aufmerksam machen. Gerechte Verteilung sieht anders aus, meint die Initiatorin des Aktionstags, Almut Schnerring.

Einkaufen, kochen, spülen, waschen - zu jedem Haushalt gehört eine Menge Arbeit. Meist sind es auch heute noch die Frauen, die diese Arbeit machen. Rund zwölf Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit leisten Frauen und Mädchen weltweit jährlich, sagt die Hilfsorganisation Oxfam. Dazu kommt bezahlte Care-Arbeit in der Kinderbetreuung oder der Altenpflege beispielsweise. Auch da sind Frauen überrepräsentiert.

"Egal, in welche Berufsgruppe man schaut: Es sind mindestens 80 Prozent Frauen in den Berufsgruppen tätig. Und dann haben wir noch nicht mal über das Ehrenamt gesprochen und die unsichtbare Care-Arbeit, für die es nicht mal zu wenig Geld gibt, sondern gar keines."
Almut Schnerring, Initiatorin des Equal Care Day

Unser ganzes System baut darauf auf, dass überwiegend Frauen in Teilzeit gehen oder phasenweise ganz aussetzen, meint Almut Schnerring. Um darauf aufmerksam zu machen, hat sie zusammen mit anderen vor vier Jahren den "Equal Care Day" ins Leben gerufen und dafür viele Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen können.

Grafik zeigt die ungleiche Arbeitsverteilung von Männern und Frauen.
Männer werden für mehr als 80 Prozent ihrer Arbeitszeit bezahlt, Frauen für 41 Prozent.

Damit mehr Männer in Pflegeberufe gehen, bräuchte es zunächst eine bessere Bezahlung dieser Jobs, so Almut Schnerring. Aus ihrer Sicht kann es nicht sein, dass nur "die Hälfte der Menschheit" den Großteil der Care-Arbeit macht.

Dabei seien auch Männer besser zu unterstützen, beispielsweise, wenn sie in Elternzeit gehen wollen, es ihnen aber von ihrem Arbeitgeber schwer gemacht wird.

"Da muss politisch was geschehen und gesamtgesellschaftlich, was beispielsweise Rollenbilder angeht."
Almut Schnerring, Initiatorin des Equal Care Day

Insgesamt sei eine Reihe von Veränderungen nötig, um das Ungleichgewicht in der Sorgearbeit zu beheben, sagt Almut Schnerring. Auch politische Maßnahmen seien erforderlich. Eine Quote könnte außerdem helfen, mehr Männer in die Care-Berufe zu bringen. "Wir sind aber froh, dass nun überhaupt erst mal über dieses Thema vermehrt diskutiert wird."