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Neben Mandarinen und Schokoweihnachtsmännern sind sie gerade auf vielen vorweihnachtlichen Naschtellern zu finden: Erdnüsse! Wir erklären euch, woher sie kommen, wie gesund sie sind – und ob es sich bei ihnen überhaupt um Nüsse handelt.

Lassen wir die Katze mal direkt aus dem Sack: Die Erdnuss ist gar keine Nuss. Sie gibt nur vor, eine zu sein. Doch der Name trügt, die Erdnuss ist eigentlich eine Hülsenfrucht. Im Englischen wird diese Verwandtschaft ein bisschen deutlicher: "Peanut" bedeutet "Erbsennuss". Anders als Nüsse wächst die Erdnuss – da passt die deutsche Bezeichnung dann wieder – ja auch unter der Erde und nicht am Baum oder Strauch.

"Die Erdnuss ist eigentlich eine Hülsenfrucht."
Rahel Klein, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

Nebenbei: Auch die Erdbeere lügt. Sie ist eine sogenannte Scheinfrucht: Obwohl sie so heißt, ist sie keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht. Die Erdnuss ist also keine Nuss, die Erdbeere keine Beere, sondern hat was Nussiges. Und um dem noch die Krone aufzusetzen: Bananen, Tomaten oder auch Avocados zählen zu den Beeren. Kein Witz. Damit ihr jetzt nicht völlig verzweifelt: Es gibt auch Beeren, die so aussehen, so heißen – und auch tatsächlich zu den echten Beeren zählen: Johannis- oder Heidelbeeren zum Beispiel. Aber Stopp, zurück zu den Erdnüssen…

Ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Proteine

Erdnüsse sind in vielerlei Hinsicht gesund, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Rahel Klein. Sie haben zwar relativ viel Fett, dafür aber ein tolles Fettsäuremuster. Das heißt, sie liefern viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die gut für unseren Körper sind – zum Beispiel für unser Herz-Kreislaufsystem und die Blutfettwerte. Sie können den Cholesterinspiegel senken. Erdnüsse liefern Mineralstoffe wie Magnesium, aber auch Vitamine und vor allem Ballaststoffe, sagt Harald Seitz von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

"In Sachen Ballaststoffen ist die Erdnuss eine Highend-Nuss. Da kommt im Prinzip nur noch die Mandel dran."
Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Gut 13 Gramm Ballaststoffe haben Mandeln auf 100 Gramm, direkt danach folgt die Erdnuss mit knapp 12 Gramm. Weil die Erdnuss eine Hülsenfrucht ist, hat sie außerdem einen sehr hohen Eiweißgehalt. Das ist vor allem für Vegetarierinnen und Veganer sehr interessant, die kein Fleisch essen und daher anderweitig an ihre Proteine kommen müssen. 100 Gramm Erdnüsse liefern gut 25 Gramm Eiweiß – auch da ist sie ein Top-Scorer.

Wenn ihr die Erdnüsse in der Schale kauft, könnt ihr übrigens auch die rot-braune Haut mitessen – die liefert nämlich viele Antioxidantien.

Probleme: Allergieauslöser und Kalorienträger

Leider zählen Erdnüsse aber auch zu den Lebensmitteln, die schon in allerkleinsten Mengen allergische Reaktionen und im schlimmsten Fall einen anaphylaktischen Schock auslösen können. Menschen, die gegen Erdnüsse allergisch sind, müssen also einen sehr großen Bogen um sie machen.

Mit knapp 600 Kalorien auf 100 Gramm haben Erdnüsse relativ viele Kalorien. Zu viele sollte man also auch nicht essen – Nahrungsberater empfehlen meistens eine Handvoll Nüsse pro Tag, am besten ungesalzen.

Die Deutschen essen vor allem US-Erdnüsse

Die Erdnüsse, die bei uns auf dem Tisch landen, kommen in der Regel aus wärmeren Gebieten wie China, Indien, Westafrika oder Nord- und Südamerika. Der weltweit größte Erdnussproduzent ist China. Das Land exportiert aber keine großen Mengen, sondern deckt vor allem den heimischen Markt ab. Die größten Exporteure sind Indien, die USA, Argentinien und Brasilien. Die Erdnüsse, die wir in Deutschland futtern, stammen vor allem von riesigen Erdnussfeldern in den USA.