Strafermittler sollen DNA-Analysen künftig auch auf Augen-, Haar-, Hautfarbe und das biologische Alter hin untersuchen dürfen. Der Kriminalbiologe Mark Benecke sagt: Das hilft nicht wirklich viel. Er hält die Neuregelung für ein nutzloses Zugeständnis und einen politischen Schachzug.

Die Justizminister der Länder sind sich einig: Die Ausweitung der DNA-Analyse soll kommen. Gefordert wird das schon länger. Die Debatte befeuert haben die Ermittlungen zum Mord an einer Freiburger Studentin. Bei der Tätersuche hätte das in diesem Fall massiv geholfen, so der Freiburger Polizeichef in der Badischen Zeitung.

Doch was verrät die DNA eigentlich genau? Sie sei wie ein anonymer Code, der uns bei der Geburt zugelost wurde, der aber nichts über unseren Körper, Geist, Seele aussagt, sagt der Kriminalbiologe Mark Benecke. 

Die Kriminaltechnik kann längst nicht alles

Insgesamt könne bisher gar nicht so viel aus der DNA gelesen werden, sagt Benecke: "Heute kommen wir mit der Augen- und Haarfarbe schon ein bisschen weiter. Die Körpergröße kann man aber genetisch immer noch nicht bestimmen." Bei der Tätersuche helfen die erweiterten Analysen nicht wirklich weiter:

"Blond oder rothaarig kann man sicher bestimmen. Alle Brauntöne oder sogar weiße Haare kannst du nicht vorhersagen. Die Augenfarbe kann in Einzelfällen vielleicht gehen."
Mark Benecke, Kriminalbiologe

Durch die Möglichkeit der Veränderung der natürlichen Haar- oder Augenfarbe können Menschen ihre äußeren Merkmale heute gut verbergen, so der Kriminalbiologe. Das macht es auch für die DNA-Analyse schwer. "Viele Leute denken, mit Kriminaltechnik wäre alles möglich. Das ist aber nicht so", sagt Benecke. Trotzdem möchte er sich als Fan von Zukunftstechnologien nicht gegen die Erweiterung der DNA-Analyse aussprechen.