Wer im Stress ist, greift schon mal zu Snacks und Süßem. Zeitmangel ist das eine, Lust auf Fettiges und Süßes das andere. Wir erklären, warum das so ist und wie ihr dieser Falle entkommen könnt.

In stressigen Zeiten essen wir mehr und ungesünder – also zu fett, zu süß und zu kalorienreich. Das haben belgische Wissenschaftler mit einer Studie belegt. Es gibt demnach verschieden Stressphasen, die dazu führen können, dass wir, statt uns gesund zu ernähren, lieber zu Fast Food greifen, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Maike Ehrlichmann:

  • Keine Zeit zum Kochen und Essen
  • Belohnung mit Fast Food oder Süßem
  • Gehirn hat hohen Energiebedarf
  • Selfish-Brain-Theorie: Hirn verlangt nach schnellem Zucker
    "Ich würde sagen, es geht los mit: Ich habe Stress oder ich fühle mich gestresst. Und dann bekomme ich die Rückkopplung, dass es immer schlimmer wird, je schlechter ich esse."
    Maike Ehrlichmann, Ernährungswissenschaftlerin

    Statt uns die Zeit zu nehmen und einen Rohkost- oder Obstteller für den schnellen Hunger – oder auch zur Belohnung – bereit zu stellen, pfeifen wir uns lieber schnell verfügbare, fertige Snacks rein, die sich leicht kauen und schlucken lassen, sagt Maike Ehrlichmann.

    Belohnungssystem auf Süßes getrimmt

    Fast Food oder süße Snacks sind bei manchen direkt mit dem Belohnungssystem im Hirn verlinkt. Manche Forscher glauben sogar, dass darin auch Suchtpotential liegt, erklärt Maike Ehrlichmann. Die meisten Menschen funktionieren so, dass sie sich in Stressphasen mit derartigen Snacks für die Strapazen belohnen.

    Zucker-Junkie Hirn

    Tatsächlich braucht das Gehirn, das im Verhältnis zum Körper ohnehin schon mehr Energie verbraucht, in stressigen Zeiten noch mehr Kalorien als sonst. Hinzu kommt noch die Selfish-Brain-Theorie, nach der das egoistische Gehirn nach schnellem Zucker verlangt, weil es diesen einfach einsetzen kann.

    Das erklärt, warum Menschen in Stressphasen gerne Süßes essen. Der Körper verlangt nach Energie in Form von Kohlenhydraten. Zucker ist nichts anderes als einfach aufgeschlossene Kohlenhydrate. Ernähren wir uns stressbedingt so, dann folgt darauf der Stress auf Zellebene, weil wir weniger Obst und Gemüse essen, wodurch gewisse Nährstoffe und Vitamine fehlen. Teilweise führen wir uns sogar schädliche Substanzen zu, erklärt Maike Ehrlichmann.

    Regelmäßig gut essen hilft im Stress

    Aus dieser Zwanghaftigkeit gibt es aber einen Ausweg: Wer vernünftig und regelmäßig isst, bekommt keinen Heißhunger nach Süßem, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. Menschen, die besser auf ihre Körpersignale hören, werden sich auch in solchen Stressphasen gesünder ernähren.

    Denn wird das Gehirn mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren versorgt, dann funktioniert die Informationsvermittlung dort besser. Werden dann auch noch langsame Kohlenhydrate – wie etwa Nüsse oder Vollkornprodukte – aufgenommen, die den Körper über den Tag versorgen, geht uns insgesamt besser.