Fesseln, Knebel, Vibrator und Gleitgel - wer Erotikspielzeuge vertreibt, muss dieses mit gewissen Hinweisen versehen, auch dann, wenn ein Unternehmen diese Produkte in einem Adventskalender verkauft.

Manche Sextoys verlangen eine gewisse Vorerfahrung. Fehlt diese, dann hilft eine ausführliche Gebrauchsanleitung, und manchmal bedarf es sogar eines Sicherheitshinweises. Die Nippelklemme oder der Mundknebel klingen an sich schon nicht ganz harmlos. Falsch angewendet, könnten sie möglicherweise schwere Verletzungen verursachen.

Falsch eingeführt

Manch einer oder eine hat aus Unkenntnis wohl auch schon mal ein Sextoy in die falsche Öffnung eingeführt und es dann womöglich nicht mehr alleine herausbekommen.

In manchen misslichen Fällen blieb dann auch mal nichts anderes übrig, als in die Notfallambulanz zu fahren.

"Gerade bei Atemkontrollübungen oder -spielen sind auch schon tödliche Unfälle passiert."
Heike Melzer, Paar- und Sexualtherapeutin

Aber nicht nur die Anwendungsweise spielt eine Rolle, auch Zutaten, Inhaltsstoffe und Materialien können uns unter Umständen gesundheitlich schaden. Vor allem diejenigen, die Allergien auslösen können. Für diese gilt eine Kennzeichnungspflicht.

Onlineanbieter von Erotik-Adventskalendern abgemahnt

Weil sie diese nicht beachtet haben, hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) sechs Onlineanbieter von Erotik-Adventskalendern wegen teils massiver Verstöße gegen Kennzeichnungs- und Informationspflichten abgemahnt.

Laut VZBV enthalten die Adventskalender, die zwischen 100 und 200 Euro kosten, neben Sexspielzeugen auch Kosmetikartikel, Medizinprodukte, Textilien und Lebensmittel.

Für Produkte dieser Art gelten in der EU verschiedenste Informations- und Kennzeichnungspflichten.

Den sechs Unternehmen droht nun eine Klage durch den Verband, wenn sie sich weigern sollten, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, die sie dazu verpflichtet, die Sexspielzeuge künftig nur noch mit den vorgeschriebenen Produktinformationen zu vertreiben.

"Es gibt ja auch Konsumenten, die das nicht richtig verwenden, irgendwo etwas abbinden und dann tatsächlich bleibende Schäden hervorrufen."
Heike Melzer, Paar- und Sexualtherapeutin