Sextoys werden gerne gekauft. Davon profitieren die Erotikhändler, die ihren Umsatz verzehnfachen konnten. Pornos dagegen werden meist illegal übers Internet konsumiert. Und das sorgt für erhebliche Einbrüche in der Erotikbranche.

Vor ein paar Jahren haben Pornofilme für den deutschen Erotikhandel 70 Prozent des Umsatzes ausgemacht. Mit der Ära von Youporn, Pornhub und Co sind es nur noch 30 Prozent. Die Streamingportale sorgen für massive Einbrüche in der Erotikbranche. 

"Das ist natürlich ein massiver Wettberwerbsnachteil für den niedergelassenen Handel und auch für den legalen Onlinehandel. Wenn diese Artikel völlig umsonst und unter Umgehung aller gesetzlichen Vorschriften angeboten wird.”
Uwe Kaltenberg​​, Bundesverbands Erotik Handel​

Der Geschäftsführer des Bundesverbands Erotik Handel Uwe Kaltenberg spricht hier von illegalen Angeboten, weil in Deutschland gesetzlich sichergestellt werden muss, dass die Filme nur von Leuten geschaut werden, die mindestens 18 Jahre alt sind. Online-Portale die pornografische Streamingangebote bereitstellen sorgen aber nicht dafür. Das bedeutet, dass der niedergelassene Handel viel höhere Auflagen hat.

Der Bundesverband Erotik Handel will zwar gegen solche Angebote klagen, die Aussichten auf Erfolg sind allerdings sehr gering.  

"In den Laden zu gehen, und zu sagen: Ich hätte gerne die Smartphone gesteuerten Liebeskugeln, das macht man ja irgendwie nicht so gerne, oder?"
Anna Kohn, Moderatorin Deutschlandfunk Nova

Der Bundesverband Erotik Handel hatte Zeiten in den 1990ern bis zu 400 Mitglieder. Inzwischen sind es nur noch die Hälfte. Beate Uhse hat letztes Jahr Insolvenz angemeldet und 150 Shops dicht gemacht. 

Sexshops schließen, Onlinehandel nimmt zu

Währenddessen nimmt der Verkauf von Erotikartikeln im Netz stark zu. Die neuen Onlineshops haben ein cleanes Design und und wirken überhaupt nicht mehr anrüchig. Der Handel mit Sexartikeln hat einen Imagewandel erlebt.

Wer sich schämt, kauft online Sextoys

Für alle, denen der Einkauf in einem konventionellen Sexshop in der City unangenehm wäre, ist das eine bequeme Alternative. Und das wird auch gemacht. Die Onlineshops haben nach eigenen Angaben ihren Umsatz an Sextoys verzehnfacht.

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