In der Filmbranche gibt es märchenhafte Erfolge von Regisseuren, die vorher unbekannt waren - zum Beispiel Florian Henckel von Donnersmarck mit seinem Film "Das Leben der Anderen". Mit Spannung wurde der Nachfolgefilm "The Tourist" erwartet. Der floppte.

Im Amerikanischen hat sich für das Floppen des zweiten Films eines Filmemachers ein Begriff durchgesetzt: Sophomore Slump. Sophomores sind die Studenten des zweiten Jahres an den amerikanischen Colleges. Neben dem prominenten Beispiel von Florian Henckel von Donnersmarck, der mit seinem Film "Das Leben der Anderen" mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und mit dem Nachfolgefilm "The Tourist" - in den Hauptrollen Johnny Depp und Angelina Jolie -, floppte, gibt es noch einige andere:

Der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck posiert am Mittwoch (15.03.2006) in Berlin bei der Premiere des Films "Das Leben der Anderen".
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Der Film "Das Leben der Anderen" von Regisseur Florian Henckel von Donnersmark wurde mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.

Handelt es sich bei den Erfolgsfilmen um Erstlingswerke, dann steckt meist viel Herzblut und jahrelange Arbeit dahinter. Oft steckt in der Produktion eigenes Geld, die von einem Netzwerk von Freunden und Bekannten getragen wird. Nicht selten wird im Werk Autobiographisches verarbeitet. Beim Nachfolgefilm treten meist große Produzenten auf, die am Erfolg mitverdienen wollen. Der Druck ist groß, den Erfolg zu wiederholen. Gleichzeitig erwarten Kritiker und Publikum etwas ganz Neues, Überraschendes.

"Das hat sehr stark mit Erwartungshaltungen zu tun, die aufgebaut werden und erfüllt oder unterlaufen werden können. Es geht immer um einen Vergleich."
Ivo Ritzer, Filmwissenschaftler

Beim Sundance-Festival, das jährlich in Park City und Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah stattfindet, feierten so manche US-Regisseure wie Kevin Smith 1994 ihre Debütfilme mit Erfolg, ohne dass sie später daran anknüpfen konnten. Deshalb wurde dieses Jahr auf dem Festival die Initiative "Filmtwo" gegründet, die sich um den Erfolg des zweiten Films kümmert. Allerdings beschränkt sich die Initiative zunächst auf nicht-weiße Regisseurinnen, weil sie es in Hollywood besonders schwer haben.

Nach dem Flop von "Mallrats" hat Kevin Smith nicht aufgegeben und noch viele Filme, Serien und Podcasts produziert - mit Erfolg. Er gehört heute zu den vielbeschäftigten Kreativen in Hollywood.