Gerade im Winter kommt es vermehrt zu Unfällen, die zu einem Schockzustand der Unfallopfer führen können. In so einer Situation ist es wichtig, den Schock zu erkennen und den betroffenen Menschen zügig zu unterstützen. 

Daniela Schwenk ist examinierte Krankenschwester und beim Deutschen Roten Kreuz zuständig für die Erste-Hilfe-Kurse. Als Krankenschwester hatte sie selbst jahrelang in ihrem Berufsalltag mit Schockpatienten zu tun und verfügt daher über entsprechende Erfahrungen. Sie weiß genau, woran wir einen Mensch unter Schock erkennen und wie wir ihm helfen können.

Woran wir erkennen können, dass jemand nach einem Unfall einen Schock erlitten hat

Ein Schock führt zu einer schlechten Durchblutungssituation des Körpers. Denn der Körper stellt sich auf die Versorgung der lebenswichtigen Organe ein. Dies führt zu...

  • extremer Blässe
  • extremes Kälteempfinden und damit Zittern
  • ein eingeschränktes Sprachvermögen sowie zu Orientierungslosigkeit

Gerade die letzten beiden Symptome könnten von Passanten als ein Verhalten interpretiert werden, dass durch Alkohol- oder Drogenkonsum ausgelöst sein könnte. Passanten würde gerade diese Fehleinschätzung davon abhalten, mit dem Unfallopfer Kontakt aufzunehmen, sagt Daniela Schwenk.

Als richtige Vorgehensweise rät Daniela Schwenk dazu, sich dem Unfallopfer zuzuwenden. Also auf das Opfer zugehen, helfen und sich nach der Situation zu erkundigen.

"Also rangehen, helfen, fragen, was los ist und dann gucken, was man tun kann."
Daniela Schwenk​ über den Umgang mit Menschen, die einen Schock erlitten haben

Warum es den Schockzustand gibt

Der Schockzustand sei ein medizinisches Notfallprogramm des Körpers, so Daniela Schwenk. Allerdings sei dieser Zustand zeitlich limitiert. Wichtig sei, dieses Notfallprogramm zeitlich zu unterbrechen und den Zustand zu normalisieren. Im anderen Falle könne sich aus dem Schockzustand eine lebensbedrohliche Situation entwickeln. Daniela Schwenk empfiehlt daher folgende Vorgehensweise.

Was wir tun können

  • Die Situation ernst nehmen
  • Die Person betreuen und beruhigen
  • Die Person warm halten
  • Die Person flach hinlegen, aber ihre Beine hochlagern
  • Die Person gegebenenfalls am Weggehen hindern, insbesondere auf einer Autobahn
  • Den europaweiten und kostenfreien Notruf 112 benachrichtigen und Hilfe anfordern
  • In der Umgebung für Aufmerksamkeit sorgen und sich selbst Hilfe holen

Und was, wenn die entsprechende Person sagt, es sei alles in Ordnung?

Hier sollten wir auf unsere eigene Einschätzung der Situation vertrauen, sagt Daniela Schwenk. Wirke der Zustand der betroffenen Person bedrohlich, sollten wir ihn auf jeden Fall unterstützen.