Gibt es einen Weg zum Traumjob? Philipp sagt über sich, dass er mit seinem Archäologie-Studium auf dem Weg dahin ist. Jannike Stöhr arbeitet als Coach und glaubt an Arbeit, die erfüllt. Sie hat Tipps, wie wir selbst so einen Job finden können.

Nur wenige Dinge im Leben motivieren uns wohl so wie Träume, Wünsche, Ideale und dieses schöne Gefühl der Selbstbestimmung. So ist das auch bei Jobs. Und um da ans Ziel Traumjob zu kommen, braucht es vielleicht auch mal Umwege. So wie bei Philipp und seinem Traumjob.

Zunächst fing er an, Biochemie zu studieren, inzwischen ist er im vierten Semester Archäologie. Biologie war eine logische Konsequenz, denn es war sein Leistungsfach in der Schule. Im Biochemie-Studium hatte Philipp dann Schwierigkeiten mit einigen Teilbereichen. "Ich bin mit dem Pensum an Mathematik und Physik nicht so wirklich zurechtgekommen", sagt der 23-Jährige über seinen Wechsel zur Archäologie.

Archäologie-Student und Videoblogger: Philipp Mahn
© Philpp Mahn
Archäologie-Student und Videoblogger: Philipp Mahn.

Zwar gebe es in der Archäologie wenige Arbeitsstellen, das nimmt Philipp aber in Kauf. Denn Archäolog*innen sind schließlich dafür bekannt, dass sie Spuren der Vergangenheit frei- und offenlegen, wissenschaftlich erfassen, einordnen und analysieren. "Basic Archäologie" hat Philipp seinen Youtube-Kanal zum Thema genannt.

Arbeit an der Uni als Fernziel

Auch für Archäolog*innen gibt es ein paar mögliche Arbeitsstellen – in Museen, bei Grabungsfirmen, bei den Landesämtern für Denkmalpflege und Archäologie und in der Wissenschaft. Das Letztere ist momentan Philipps Ideal. "Mein Traumziel ist die universitäre Lehre mit einer Professur irgendwann, eventuell, wenn ich Glück habe, ansonsten ist Wissensvermittlung meine Leidenschaft und weniger das Graben an sich", sagt er.

Seit seiner Kindheit faszinieren ihn alte Dinge und wie sich die Gesellschaft und die Technologie verändert haben. Im Sommer 2021 hat er erstmals an einer Ausgrabung teilgenommen. Das war in Rheinland-Pfalz im Westerwald auf der Burg Lahr. Im Vorburgbereich hat er mitgeholfen, einen Kellergrundriss aus der Zeit um 1300 und 1400 herum zu ergraben. Leidensfähigkeit brauche man schon, im Sommer werde es echt verdammt heiß, sagt er.

"Die Arbeit ist unfassbar anstrengend. Wenn man alles mit Schaufeln, Spaten, mit kleinen Maurerkellen und Spitzkellen herausarbeiten muss. Das ist schon eine rechte Sisyphusarbeit."
Philipp, über die Arbeit bei Ausgrabungen

Auch der Berufsweg von Jannike Stöhr ist nicht völlig gradlinig verlaufen. Sie sagt: "Ich habe mich von dem Begriff Traumjob distanziert. Das baut Druck auf." Sie ist überzeugt, dass wir was unsere Stärken im Job angeht, von Vorurteilen geprägt sind.

Jannike zieht Freiheit der Arbeit im Großkonzern vor

Sie sagt: "Ich glaube an Arbeit, die mich erfüllen kann." Deswegen habe sie 30 Jobs ausprobiert – durch mitlaufen beispielsweise. Inzwischen arbeitet sie als systemischer Coach. Ihre Arbeit in der Personalabteilung eines großen Konzerns habe nicht zu ihrem Freiheitsbedürfnis gepasst.

"Ich glaube, es ist ganz wichtig, sich auszuprobieren und verschiedene Jobs auszuprobieren, um den Weg richtig zu finden."
Jannike Stöhr, arbeitet als systemische Business-Coach

Sie findet, dass eine gute Selbstanalyse, eine gute Selbstreflexion ziemlich viel erreichen kann. "Nicht nur die gute Leistung zählt, um ein Talent zu benennen, sondern auch die Freude und die Energie, die ich daraus ziehe", sagt sie. Wichtige Fragen sind für sie:

  • Was macht mir Freude?
  • Welche Teile meines Jobs machen mir Freude?
  • Wo bekomme ich gute Energie?
  • Was geht mir gut von der Hand?
  • Welche Werte habe ich?
Jannike Stöhr, Coach, hat rund 30 Jobs ausprobiert
© Rouven Kirchhoff
Jannike Stöhr, Coach, hat rund 30 Jobs ausprobiert

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  • Moderator:  Dominik Schottner
  • Gesprächspartner:  Philipp, studiert Archäologie an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Gesprächspartnerin:  Jannike Stöhr, arbeitet als systemische Business-Coach