Baarle ist wie ein Siamesischer Zwilling, sagen die Einheimischen. Denn ihr Dorf ist untrennbar verwachsen mit der belgisch-niederländischen Grenze. Alle paar Meter findet sich ein Grenzübergang. Die Staatsgrenze verläuft quer durch Häuser und durch Straßen. Die Einwohner lassen sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen - auch wenn sie manchmal selbst nicht wissen, in welchem Land sie gerade sind.

Als Deutschlandfunk-Nova-Reporterin Kerstin Ruskowski Baarle besucht, findet sie viele Kuriositäten: Ein Dorf das doppelt sieht. Belgische und holländische Schulen und Behörden. Grenzlinien quer durch Wohnungen. Ein Grund, warum jedes Jahr zahlreiche Touristen nach Baarle kommen. Doch für die Menschen, die dort leben, ist das gar nicht ungewöhnlich, merkt Kerstin. Aus der Baarler Perspektive ist all das alltäglich. Ein Haus umbauen, damit eine alte Dame Belgisch bleiben darf: Ganz normal!