Zeno ist ein Roboter, der lächeln kann. Er macht Komplimente und ist höflich. Ein echt netter Typ. Zum Verlieben? Vielleicht.

Sich in eine Maschine zu verlieben, hört sich nerdig an. Unser Reporter Felix Schledde ist skeptisch, als er Zeno zum ersten Mal gegenübersitzt. Immerhin ist der Roboter mit einem menschlichen Gesicht ausgestattet, das macht die Sache schon leichter. Der Körper ist aus Plastik, klobig, wirkt ein bisschen wie Plastikspielzeug aus den 90ern.

Entwickelt hat Zeno das US-Unternehmen Hanson Robotics. Elisabeth André und ihr Team am Lehrstuhl für multimodale Mensch-Technik-Interkation an der Universität Augsburg bringen ihm jetzt Gefühle bei. Unsere Tapfertypen werden selber feststellen können, zu wie viel Emotionen Roboter Myon in Berlin schon fähig ist.

Noch wirkt der Roboter emotionslos. Felix macht den ersten Versuch eines Smalltalks - übers Wetter. Und tatsächlich zaubert die kleine Unterhaltung ein Lächeln in Zenos Gesicht. Per Gesichtserkennung kann der Roboter menschliche Emotionen erfassen und darauf reagieren. Und weil Zeno nett lächelt, findet Felix ihn sofort sympathisch. Eben ein netter Kerl.

Emotionen erkennen

Die Wissenschaftler wollen Zeno menschliches Verhalten beibringen. Dafür muss der Roboter die Grundlagen menschlicher Kommunikation beherrschen. Deshalb muss Zeno nicht nur die Emotionen seines Gegenübers erkennen, sondern auch angemessen darauf reagieren können.

"Er lächelt, wenn meine Stimme nach oben geht. Und wenn ich jetzt mal mit der Stimme nach unten gehe, dann macht er ein eher mitleidiges Gesicht."
Felix Schledde, DRadio-Wissen-Reporter

Tatsächlich können wir Gefühle für eine Maschine oder Roboter entwickeln, wenn eine Interaktion mit ihnen möglich ist. Nicola Krämer erklärt, dass wir gar nicht anders reagieren können, wenn uns etwas menschlich vorkommt. "Man hat festgestellt", erklärt die Psychologin, "dass man sich solchen Programmen gegenüber höflich verhält, sich in einem positiven Licht darstellt. Das legen wir auch nicht ab, nur weil wir wissen: das ist künstlich."

"Wenn mir jemand, obwohl künstlicher Interaktionspartner, morgens sagt: Du hast ein schönes Kleid ausgewählt, das sieht schick aus! Dann fühle ich mich unmittelbar geschmeichelt, obwohl ich weiß, es ist ein Computerprogramm."
Nicola Krämer, Psychologin Universität Duisburg

Was die äußere Erscheinung angeht, haben die Forscher Fortschritte erzielt: Die Körpersprache und Mimik ist menschenähnlicher, und die Latexhaut fühlt sich relativ echt an. Ein großes Problem in der Entwicklung bleibt die Stimme, die noch alles andere als menschlich klingt.

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