Zwischen zwei Hochhäusern über ein Seil balancieren. Von Felsklippen ins Wasser springen oder ohne Sicherung Klettern gehen. Die Britin Phoebe Smith macht auch was Extremes – und zwar "Extreme Sleeping", wie sie es nennt. Mit Ausschlafen hat das aber nichts zu tun.

"Extreme Sleeping" heißt für Phoebe Smith nicht, dass sie besonders kurz oder lang schläft. Extrem sind die Orte, an denen sie schläft. Von einer Brücke hängend, in Baumwipfeln, auf Berggipfel, auf hohen Gebäuden.

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Angefangen hat das Ganze im Jahr 2006. Phoebe ist Anfang 20. Bis dahin hat sie sich für Camping nicht einmal interessiert. Auf einer Reise nach Australien wird sie dann überredet, draußen im Outback zu übernachten, in einem "Swag". Das ist eine Art Matratze, die in Militärzelt-Material eingenäht ist, und wie ein Schlafsack aufgemacht und aufgerollt werden kann.

"And I had the most incredible night, you know, watching the sunset, watching the wildlife come out, seeing the stars, having the sun rise. And I just became addicted right then and there."

Schlafen als Abenteuer

Als sie wieder zurück in Großbritannien ist, macht sie einfach weiter. Sie kampiert alleine draußen in der Wildnis, nach Feierabend oder am Wochenende. Dabei muss sie erst mal mit Ängsten kämpfen, denn jedes Geräusch klingt nach Axtmörder – auch wenn es nur ein Kaninchen ist.

"I was terrified. You know, every noise I heard outside a tent would scare me, because I'd think all the things that the people told me would go wrong. Every footstep, that was actually a rabbit, I would think was like an axe murderer coming to get me."
Phoebe Smith, Extrem Schläferin

Als sie später für ein Wandermagazin arbeitet, kann Phoebe über ihre Outdoor-Trips schreiben. Und sie beginnt, nach besonderen Orten für die Übernachtungsabenteuer zu suchen: Beeindruckende Natur oder eine Höhle, in der ein Mann in den 30er Jahren gelebt hat.

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Dort hat sie auch zwei Männer beim "Rope Access" kennengelernt – auch Industrieklettern genannt. Dabei geht es beispielsweise darum – ordentlich gesichert –außen an einem Kraftwerksturm zu arbeiten. Phoebe und ihre Freunde nutzen diese Klettertechnik aber anders: Sie hängen sich in Baumwipfel, von Brücken oder an Klippen – und zwar mit Portaledges. Das sind Alurahmen, die so mit Stoff bespannt sind, dass sie eine stabile Plattform bilden. Darauf schlafen die Kletterer dann. Sie sind dabei mehrfach mit starken Seilen gesichert. Bei schlechter Witterung schützt sie außerdem ein Zeltdach. Dieses "extreme sleeping" hat für Phoebe einen besonderen Zauber. Für sie fühlt es sich so an, als würde sie von einer Beobachterin zu einem Teil von Natur und Umgebung.

Teil der Natur

Und das entspannt sie so sehr, dass sie an diesen extremen Orten besser schlafen kann als zu Hause im Bett, sagt Phoebe. Inzwischen ist Phoebe Smith als Vollzeit-Abenteurerin unterwegs: Die 35-Jährige wird gesponsert von verschiedenen Ausstattern, macht Crowdfunding für größere Trips und verdient Geld mit Büchern. Mit denen setzt sie sich auch für Naturschutz ein. Dass sie viel rumreist, sieht Phoebe nicht als Widerspruch, denn sie versucht das so klimaneutral wie möglich zu tun und zahlt CO2-Kompensation. Zusätzlich sammelt sie mit ihren Aktionen Spenden für gute Zwecke.