Achtung Volksmusik! Granada und Faber, zwei Bands aus Österreich und der Schweiz, gehören zwar definitiv ins Popuniversum, aber ein leicht volksmusikalischer Touch ist nicht zu leugnen. Die beiden Bands standen "Auf der Bühne" am 26. März - und wir haben das Konzert am 2. April in unserer Sendung Festival gesendet.

Als Bühne dienten Faber und Granada der altehrwürdigen DLF-Kammermusiksaal, in dem exklusiv 300 extrem begeisterte DRadio-Wissen-Hörer das Konzert erlebten. Exklusiv, weil es keinen offiziellen Kartenverkauf gab, sondern man konnte Tickets bei unserer Verschenkaktion gewinnen. Soviel vorweg: Die Jungs aus der Alpenregion machten kein musikalisches Après-Ski und es wurde auch nicht gejodelt. Trotzdem passierte Unerwartetes.

Granada heizen ein

Volksmusikalisches Element bei Granada: das Akkordeon. Es ist fester Bestandteil der 5-Mann-Bühnenbesetzung - doch der Rest ist Rock’n’Roll. Abgesehen vielleicht von dieser gewissen unterschwelligen Melancholie, die zu Österreich immer irgendwie dazugehört. Vom ersten Song an wurde mitgetanzt, als der Granada-Express unter Dampf gesetzt wurde. Und er rollte und rollte.

Bis zum Break mit dem Flügel. Der ist nämlich auf der DRadio-Wissen-Bühne zufällig vorhanden. Somit gab es eine wunderschöne Spezialversion von "Lieber gern als hier". Weiterer Gänsehautmoment zum Schluss, als Sänger Thomas Petritsch runter von der Bühne und rein ins Publikum ging und, nur vom Akkordeon begleitet, die Zugabe ohne Mikrofon sang. Dafür gab es natürlich Standing Ovations.

Was bei Granada das Akkordeon, ist bei Faber eine Posaune. Oder das Cello, das zuweilen gegen den Bass getauscht wird. Dazu Gitarre und Schlagzeug. So macht das Trio - laut eigener Aussage - die lauteste Musik, die man mit akustischen Instrumenten machen kann. 

Faber gibt alles - trotz Erkältung

Obenauf sitzt Fabers Reibeisenstimme. Und die kommt nicht von alleine, wie der Züricher sagt: Er muss nächtelang daran arbeiten, durch intensiven Nikotinkonsum. 

Wir freuen uns, auch mal in einem Saal zu spielen, der extra für Musik gemacht ist - und der auch so klingt.
Faber

Doch dieses Mal kam noch etwas anderes dazu, nämlich eine fiese Erkältung. Tatsächlich kam aus Fabers Kehle nicht mehr als eine Art Röcheln, das zwar ziemlich sexy klang, aber eben nicht wirklich nach Singen. Und selbstverständlich: Solche Momente sind auf der Bühne immer die besten.

Faber und Kollegen bewiesen Galgenhumor und bauten spontane Comedy-Elemente und freie Jam-Sessions ein. Und als zum Schluss über eine Zugabe verhandelt wurde, fragte eine Zuhörerin: "Kannst du bitte "Alles Gute" singen?" Antwort Faber: "Ich kann dir den Text vorlesen." Denn stimmlich ging gar nichts mehr. Also einigte man sich: Alle singen mit, Faber nur röchelnder Weise - Höhepunkt eines unvergesslichen Abends.

Hinterher gab es, wie üblich bei "Auf der Bühne", im Foyer Gelegenheit, Granada und Faber zum Plausch zu treffen. Wieder einmal wurden Musiker von Fans in die DRadio-Wissen-Fotobox gezerrt. Das scheint so langsam zur Tradition zu werden.