Besonders im US-Wahlkampf haben gefälschte Facebook-Posts schnell die Runde gemacht. Damit wir in Zukunft erkennen, welche Meldungen unecht sind, haben Studenten einen Algorithmus entwickelt.

Das Szenario: Nachdem diffamierende Posts über Hillary Clinton bei Facebook auftauchten und oft geteilt wurden, spielte das den Republikanern und ihrem Kandidaten Donald Trump in die Karten. Das Problem daran: Die Nachrichten waren gefälscht. Viele Nutzer hielten die brisanten Informationen aber für echt und teilten sie weiter.

"Facebook geht selten proaktiv vor. Erst im Zuge des Wahlkampfs ist der Vorwurf so stark erhoben worden. Die Tragweite ist relativ neu."
Hakan Tanriverdi, Korrespondent der SZ Online in New York

Bislang funktioniert das Filtern bei Facebook in den USA so: Nutzer können sich über einen Beitrag beschweren. Wenn Freunde sich für denselben Beitrag interessieren, bekommen sie den Hinweis "Das ist Fake": Facebook verlässt sich also auf die Nutzer. Das wird in Deutschland bald auch kommen, meint der Journalist Hakan Tanriverdi.

Mit Falschmeldungen beschäftigt sich Facebook nicht erst seit der US-Wahl. Bisher sorgte ein Nachrichtenteam dafür, dass gefälschte Inhalte identifiziert und gelöscht wurden. Mark Zuckerberg wies in diesem Zusammenhang außerdem darauf hin, sein Netzwerk sei kein Nachrichtensender sondern ein Technologie-Konzern.

"Die Frage, ob wahr oder falsch, ist schon für viele Nachrichtenseiten ein Problem."

Eine Lösung erarbeiteten jetzt vier Studenten. Ihr Tool gegen Fake-News entwickelten sie auf einem Hackathon an der Princeton Universität. Nach 36 Stunden stand das Browser-Plugin, das Facebook-Posts direkt auf Echtheit überprüft. Dabei werden besonders die Quellen der Meldung unter die Lupe genommen. Außerdem sorgen Bildanalyse, Textanalyse, ein Abgleich mit der Bing Web-Suche und diverse Schnittstellen zu Twitter und Google für die Einordnung des Inhalts.

Algorithmen könnten das Problem zwar lösen, meint Tanriverdi, der einfachere Weg sei aber, im Vorfeld zu kennzeichnen welche Webseiten als seriös gelten. Facebook und Google haben sich jetzt entschieden die Reichweite von Fake-Webseiten zu blockieren, indem diese zumindest nicht Teil des Werbenetzwerkes werden. Das ist ein guter Schritt, das weiter einzudämmen, so Hakan Tanriverdi.

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