Gesichtserkennung war gestern. Bald erkennt Facebook euch von hinten: Die Erfolgsquote der neuen Arsch-Erkennungs-Technologie liegt schon bei 83 Prozent. Auch Frisur, Klamotten oder Körperhaltung können euch verraten.

Wenn ihr im Netz euer Gesicht zeigt, macht ihr es Facebook und Co. ziemlich einfach, euch zu identifizieren. Die Technik ist inzwischen aber schon viel weiter: Ein Foto vom Hintern reicht dicke. Aber auch typische Klamotten, die Frisur, Körperhaltung oder sonstige Merkmale taugen, um Menschen zu identifizieren. Das hat gerade der Chef von Facebooks Artificial-Intelligence-Abteilung erklärt. Noch ist das Projekt allerdings in der Testphase.

Gesichtserkennung ist nicht genug

Wie aus einem Artikel des New Scientist hervor geht, liegt die Erfolgsquote bei 83 Prozent. Die IT-Experten von Facebook haben die Software mit mehr als 37.000 Fotos aus öffentlichen Galerien entwickelt, auf denen insgesamt rund 63.000 verschiedene Personen zu sehen waren. Bei etwa der Hälfte der Bilder reichten Abbildung und Auflösung, um mit der herkömmlichen Gesichtserkennung erfolgreich zu sein - bei der anderen Hälfte hilft die neue Technik.

Die Augenlider der Datenschützer zucken bereits nervös, auch wenn Facebook behauptet, mit der neuen Software könne die Privatsphäre im Netz geschützt werden. Begründung: Mit dem Programm kann jeder Mensch herausfinden, ob es im Netz schon irgendwelche veröffentlichten Fotos von ihm gibt. Davon dürfte Facebook keine Vorteile haben, schätzt DRadio-Wissen-Reporter Andreas Noll, der Konzern wolle eher noch mehr Daten sammeln.

"Man kann davon ausgehen, dass es Facebook darum geht, den Datenschatz über seine User weiter auszubauen."
Netzautor Andreas Noll über die neue "Arscherkennungssoftware" von Facebook

Unterm Strich bleibt: Facebook könnte euch selbst mit Vermummung erkennen. Da dürfte eine neue, große Aufgabe auf Datenschützer zukommen, die auch schon erste Erfolge feiern: Die App Facebook Moments etwa erkennt die auf eurem Smartphone befindlichen Fotos und sortiert diese nach den jeweiligen Aufnahmeorten oder den fotografierten Personen. Doch die Datenschützer haben es geschafft, die App zu stoppen.

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