Facebook hat offenbar am Algorithmus geschraubt - und das könnte für Nutzer einiges ändern.

Wenn wir Themen bei Schaum-oder-Haase für Euch aussuchen, dann diskutieren wir vorher darüber in großer Runde. Welche Posts und Nachrichten Euch bei Facebook heute Morgen erreichen, ermittelt eine Software dagegen automatisch. Per Algorithmus. Wie der genau funktioniert, ist geheim, aber es gibt immer mal wieder Hinweise, dass sich bei der Zusammenstellung der Timeline grundsätzlich etwas ändert.

Jetzt soll es wieder soweit sein. Bislang ist es so, dass die Facebook-Software die Timeline vor allem nach dem Kriterium prominent bestückt, was ihr aufgrund eurer bisherigen Interaktion mit Facebook wohl ehesten liken, teilen, kommentieren oder anklicken würdet. Eine Wette auf die aktive Zukunft bei Facebook sozusagen.

Heißt aber zugleich - wer sehr zufrieden mit dem Lesen von Beiträgen war, aber keinen Bock auf Teilen oder Liken hatte, für den war das Nutzungserlebnis nicht optimal. Das soll sich nun ändern. Also wurden 1000 Nutzer befragt. Wissenschaftlich repräsentativ sei diese Stichprobe, sagt Facebook. Aber das solltet ihr wohl nicht ganz so ernst nehmen.

Ein Ergebnis der Befragung: Teilen, Sharen und Kommentieren im ist Leben der meister User längst nicht so wichtig, wie Facebook das vielleicht gerne hätte. Viele User wollen einfach passiv konsumieren und Beiträge ganz oben in ihrem Feed sehen, die sie thematisch interessieren. Sie haben aber zugleich keine Lust, diese Beiträge zu bewerten oder anderen Freunden zu empfehlen.

"Die Änderungen hören sich nach einer Kleinigkeit an, könnte aber doch für viele User deutlich spürbare Auswirkungen im Facebook-Feed haben - und womöglich auch auf ihren Alltag oder ihren politischen Positionen."
Netzautor Andreas Noll

Das hört sich nach einer Kleinigkeit an, könnte aber doch für viele User deutlich spürbare Auswirkungen im Facebook-Feed haben - und womöglich auch auf ihren Alltag oder ihre politischen Positionen. Vor allem wenn man bedenkt, dass für viele Menschen Facebook eine Hauptinformationsquelle ist. Und nicht nur User dürften die Folgen spüren. Dieser neue Stream hat natürlich auch Folgen für die Inhalteanbieter. Manche kriegen nun mehr Besucher auf ihre Seiten, manche weniger. Das kann schon mal ganze Existenzen vernichten.

Viele Änderungen für Hardcore-Sharer

Die Änderungen sollen schon aktiv sein. Wie stark sich nun der Stream ändert, hängt aber damit zusammen, wie stark ihr via Facebook kommuniziert und selbst postet. Wer ohnehin keine Likes vergibt oder wenig teilt, für den wird sich kaum etwas ändern. Für die Hardcore-Sharer möglicherweise deutlich mehr.

Die einzige Möglichkeit, den Algorithmus in die Zwangspause zu schicken, ist eine kurze Buchstaben- und Zeichenkombination. Einfach facebook.com/?sk=h_chr ins Browserfenster eingeben. Wer das im eingeloggten Zustand macht, der bekommt zumindest einige Zeit lang die Facebook-Nachrichten strikt chronologisch. Und das solltet ihr durchaus mal ausprobieren, denn wer da plötzlich mit Posts auftaucht - Typen, von denen ihr gar nicht mehr wusstet, dass ihr mit ihnen befreundet seid.