Mark Zuckerberg muss sich wieder einmal harscher Kritik stellen. Dieses Mal geht es um die Entscheidung, die rechtspopulistische Nachrichtenseite Breitbart in "Facebook News" zu integrieren.

Facebook arbeitet an seiner neuen Nachrichtenseite. Noch ist sie nicht online, schon gibt es Kritik an dem Nachrichten-Feed, der zunächst in den USA starten soll: Denn Mark Zuckerberg muss sich jetzt dafür verantworten, dass er die rechtspopulistische Newsseite Breitbart mit ins Portfolio aufnimmt, wie unsere Netzreporterin Martina Schulte berichtet.

Facebook News will hochwertigen Journalismus liefern

Eigentlich soll Facebook News, so zumindest die ausformulierte Idee, hochwertigen Journalismus liefern. Mark Zuckerberg nimmt dazu viele Millionen Dollar in die Hand und kauft Nachrichtenangebote an. In den USA sind rund 200 Medien dabei, unter anderem das Wall Street Journal, die Washington Post oder BuzzFeed.

Breitbart ist keine vertrauenswürdige Quelle

Warum Breitbart ebenfalls dazugehören soll, ist vielen schleierhaft. "Breitbart ist nicht gerade als vertrauenswürdige Quelle bekannt", sagt unsere Repoprterin.

"Breitbart wurde oft für irreführende und sogar falsche Berichterstattung kritisiert."
Martina Schulte, Deutschlandfunk Nova

Mark Zuckerberg scheint es irgendwie selbst unangenehm zu sein. Zu diesem Schluss kann man kommen, wenn man sich seine zögerliche und nach Worten suchende Antwort bei einer Veranstaltung kürzlich anhört. Da hatte ihn ein Journalist der New York Times gefragt, warum er Breitbart dazu nimmt. Seine Antwort lautete: "Ich bin mir sicher, Sie wollen eine Bandbreite von Inhalten haben."

"Ich glaube, damit es eine vertrauenswürdige Quelle ist, muss es verschiedene Sichtweisen abbilden. Ich denke, Sie wollen Inhalte, die verschiedene Perspektiven repräsentieren."
Mark Zuckerbergs Antwort auf eine Frage eines Journalisten zu Facebook News

Verstößt Facebook gegen seine eigenen Grundsätze?

Für Irritation sorgt bei einigen Medien, dass Zuckerberg mit der Entscheidung, Breitbart mit in den News-Feed zu nehmen, gegen seine eigens formulierten Grundsätze für Facebook News verstößt. Facebook hat drei Grundsätze formuliert:

  1. Menschen auf Facebook schätzen sinnvolle und informative Inhalte
  2. Menschen auf Facebook schätzen korrekte und authentische Inhalte
  3. Menschen auf Facebook schätzen Standards für ein sicheres und respektvolles Verhalten

Die Taz meint beispielsweise: Würde Facebook die eigenen Richtlinien für den News Feed ernst nehmen, könnte Zuckerberg Breitbart unter gar keinen Umständen Teil des Projekts sein lassen. Denn Breitbart gibt sich keine große Mühe, den Wahrheitsgehalt seiner Nachrichten zu überprüfen. Außerdem sei das Portal in der Vergangenheit als Fackelträger für Hassrede und Clickbaiting auffällig geworden.

Zuckerberg unter Druck

Mark Zuckerberg steht in den USA massiv unter Druck. Gerade erst in der letzten Woche wurde er vor dem Kongress "regelrecht gegrillt", meint Martina Schulte. Bei der Anhörung ging es um die geplante Kryptowährung Libra und viele weitere Themen, die die Abgeordneten grundsätzlich mit Zuckerberg klären wollen.

Unter anderem geht es um das neue Factchecking bei Facebook, das künftig auch vom "Daily Caller" betrieben werden soll. Das Unternehmen soll Verbindungen zu weißen Suprematisten haben – also Verfechtern der Ideologie von der Überlegenheit der weißen Rasse.