Endlich! Ab heute könnt ihr euer Bahnticket für den Weihnachtsbesuch bei Muttern kaufen, denn: Der Winterfahrplan ist da - und bringt neue Abfahrtszeiten, neue und schnellere Verbindungen - und ein bisschen Chaos bei den Anschlüssen.

Wir Bahnkunden sind schuld: Weil wir ständig unser Reiseverhalten verändern, muss die Deutsche Bahn immer wieder nachbessern: Wenn die regelmäßigen Erhebungen der Bahnmitarbeiter zum Beispiel ergeben, dass bestimmte Strecken stärker frequentiert werden, braucht es für diese Strecken mehr Züge - und die Fahrpläne müssen angepasst werden.

"Wenn sich herausstellt, dass der Kurzurlaub auf Rügen dramatisch zunimmt, kann man einige Züge, die sonst in Stralsund enden, nach Rügen weiterfahren lassen."
Karl-Peter Naumann, Fahrgastverband Pro Bahn

Mit dem neuen Fahrplan, der heute veröffentlicht wurde und ab 13. Dezember 2015 gilt, gibt es unter anderem eine komplett neue Schnellfahrstrecke zwischen Erfurt und Leipzig. Wer also im Winter zwischen Wiesbaden und Dresden unterwegs ist, spart sich durch diesen Abschnitt eine Stunde Fahrtzeit. Da auch alle Anschlusszüge angepasst werden müssen, hat die neue Strecke Auswirkungen für fast alle Verbindungen im gesamten deutschen Bahn-System.

Die Schweizer Bahn plant langfristiger

Auch die ICE-Verbindungen zwischen Frankfurt und Hamburg und zwischen Frankfurt und Stuttgart werden mit dem neuen Fahrplan schneller. Allerdings gebe es noch zu wenig Abstimmung zwischen der Deutschen Bahn und den Abfahrtszeiten von Bussen und Stadtbahnen, kritisiert Karl-Peter Neumann vom Fahrgastverband Pro Bahn und hebt als positives Vorbild die Schweiz hervor: Dort plane die Bahn ihren Fahrplan um einiges langfristiger als in Deutschland - sodass sich der Nahverkehr in den jeweiligen Städten besser darauf einstellen könne.