In Unistädten wie Leipzig, Göttingen und Münster passiert es besonders häufig: Fahrräder werden geklaut. Mit unseren Tipps stehen die Räder sicherer.

In Berlin wurden im vergangenen Jahr fast 30.000 Fahrräder gestohlen. Die Berliner Polizei hat dazu vor Kurzem eine sogenannte Heatmap zusammengestellt, um festzustellen, wo die meisten Räder wegkommen. Auch wenn die Zahl der Fahrraddiebstähle insgesamt zurückgeht, bleibt das Problem insbesondere in Großstädten und Unistädten bestehen.

An Bahnhöfen und Haltestellen sind Raddiebe besonders aktiv

Auffällig viele Räder wurden in den Stadtteilen Kreuzberg und Neukölln entwendet, wo generell viel Rad gefahren wird, sagt Deutschlandfunk-Nova-Reporter Paulus Müller.

Besonders gefährdet sind zudem Bereiche rund um Bahnhöfe und Haltestellen. Also überall dort, wo viele, viele Fahrräder auf einem Haufen stehen. Das gilt sicherlich nicht nur für Berlin, sondern auch für andere Städte, sagt Paulus Müller.

Erste Regel: Fahrräder nicht nur abschließen sondern anschließen

Etwas, was wir wohl alle wissen, aber trotzdem oft nicht tun: das Rad auch anzuschließen, wenn wir es abschießen. Wenn kein Fahrradständer in der Nähe ist, tut es auch ein Laternenpfahl. Wer das Rad nicht anschließt, macht es Dieben leicht, es einfach wegzutragen, um das Schloss ungestört knacken zu können.

Das Rad unbedingt mit dem Rahmen anzuschließen, empfiehlt unser Reporter Paulus Müller. Wer nur das Vorder- oder Hinterrad anschließt, macht es Dieben zu einfach. Die brauchen dann nur das jeweilige Rad abzuschrauben, um den Rest des Fahrrads mitzunehmen.

In hochwertiges Markenschloss investieren

Am besten schließen wir das Fahrrad so an, dass der Rahmen des Fahrrades und das Hinterrad gleichzeitig festgeschlossen werden, rät unser Reporter.

Experten empfehlen außerdem, hochwertige Markenschlösser zu verwenden, um das Rad gut zu sichern. Da sollte man nicht geizig sein, sagt Paulus Müller. Wer ein gutes Fahrradschloss haben möchte, sollte sich darauf einstellen, mindestens 50 Euro auszugeben.

Der Polizei helfen, gestohlene Räder zu identifizieren

Die Dunkelziffer bei Fahrraddiebstählen ist hoch: Weil nicht jede Tat angezeigt wird, und weil die Aufklärungsquote bei Rad-Diebstählen sehr niedrig ist: Sie liegt bei circa zehn Prozent. Oft können die Besitzer das gestohlene Rad auch nicht besonders gut beschreiben - das macht es dann schwierig, Diebesgut zu identifizieren.

Es gibt einige Dinge, die wir selbst tun können, damit sich ein gestohlenes Rad leichter identifizieren lässt:

  • Beim Kauf direkt den Fahrradpass ausfüllen. Den Fahrradpass findet ihr zum Beispiel im Netz. Auch viele Händler verfügen über Fahrradpässe, die sie beim Kauf dazugeben. Der Fahrradpass enthält alle wichtigen Daten, die ihr bei einer Anzeige angeben müsst: Rahmennummer, Baureihe, und so weiter.
  • Gebrauchte Fahrräder immer nur mit Kaufvertrag kaufen.
  • Umbau von Rädern unbedingt mit Fotos dokumentieren.
  • Fahrrad mit individuellem Code versehen. Diese Codierung können wir beim Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) erhalten. In vielen Städten bietet auch die Kommune oder die Polizei an, das Rad codieren zu lassen.

Städte sollten sichere Abstellplätze schaffen

In vielen deutschen Städten gibt es nicht genügend Möglichkeiten, das eigene Rad sicher abzuschließen. In den Niederlanden sei das besser gelöst, meint Paulus Müller. Dort gibt es vor allem an Bahnhöfen große Abstellanlagen für Fahrräder. Erste Städte hierzulande ziehen jetzt mit ähnlichen Projekten nach, etwa Münster.