Auch mit fairem Kaffee und Bananen erreichen fair gehandelte Lebensmittel gerade mal einen Prozent des Gesamtumsatzes. Das ist nur auf den ersten Blick ziemlich wenig, wie die Statistik des Forums Fairer Handel zeigt.

Fair Trade steht für Mindestpreise für Produzenten und sichere Sozial- und Umweltstandards in den Herkunftsländern. 91 Prozent der Deutschen finden Fair Trade eine gute Sache. Da wirkt es wie ein Widerspruch, dass Fair-Trade-Produkte momentan nur einen Prozent des gesamten Handels ausmachen. Jedoch kann nur eine recht übersichtliche Gruppe von Waren überhaupt mit Fair-Trade-Siegel angeboten werden.

Deutschlandfunk-Nova-Reporter Christian Schmitt hat sich die Zahlen des Forums Fairer Handel angesehen und mit dem Geschäftsführer des Vereins gesprochen. Ein Prozent vom Umsatz im deutschen Handel bedeutet, dass 1,7 Milliarden Euro im Jahr für fair gehandelte Produkte ausgegeben werden. Zur Einordnung: Insgesamt werden in Deutschland jährlich 350 Milliarden Euro für Lebensmittel ausgegeben.

Fair-Trade-Eiscreme als Newcomer

Zu den fairen Klassikern gehört Kaffee. Mittlerweile stammt jede zwanzigste Tasse Kaffee, die in Deutschland getrunken wird, aus fairem Handel. Schauen wir uns den Gesamtmarkt für faire Produkte an, dann macht Kaffee 32 Prozent aus und faire Südfrüchte 10 Prozent. Dann folgt fair gehandelte Kleidung (9 Prozent). Manuel Blendin ist Geschäftsführer beim Verein Forum Fairer Handel. Er freut sich, dass in den vergangenen Jahren weitere fair gehandelte Artikel hinzugekommen sind. Konkret nennt er Eiscreme und Mischgetränke.

"Es sind fast sieben Prozent des Umsatzes mit fair gehandelter Eiscreme gemacht worden. Das Sortiment wird immer breiter."
Manuel Blendin, Forum Fairer Handel, Geschäftsführer

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet der Handel mit fair gehandelten Produkten eine Umsatzsteigerung von 15 Prozent. Wichtig ist, beim Einkauf auch wirklich auf die Kennzeichnung zu achten. Auf die Begriffe "Fairer Handel" oder "Fairtrade" allein solltet ihr euch beim Einkaufen nicht verlassen. Die Ausrücke sind nicht rechtlich geschützt und können damit auch unverbindlich auf Verpackungen gedruckt werden.

"Der Begriff Fairer Handel oder Faitrade ist gesetzlich nicht geschützt. Das ist anders als im Biobereich. Deswegen kann jedes Unternehmen diesen Begriff benutzen."
Manuel Blendin, Forum Fairer Handel, Geschäftsführer

Verlässliche Siegel sind beispielsweise Fair Trade, Naturland oder Gepa. Produkte aus Weltläden werden ebenfalls ausreichend kontrolliert. Im weiteren Sinne könnt ihr auch ohne Siegel fair einkaufen, möglichst direkt beim Produzenten – also je nach Marktstand auch auf dem Wochenmarkt.