Kein Schein wird in Europa so häufig gefälscht wie der Zwanziger. Jetzt kommen neue 20-Euro-Scheine und die sollen sicherer sein als die alten. Aber warum ist Falschgeld eigentlich ein Problem?

Allein im ersten Halbjahr 2015 hat die Bundesbank doppelt so viele Blüten gezählt wie im Jahr davor: mehr als 50.000 falsche Geldscheine. Das klingt dramatisch, die Bundesbank sieht das aber relativ entspannt. In Relation zur Bevölkerung sei das ein relativ geringer Anteil von Falschgeld, sagt Rainer Elm von der Falschgeldstelle der Bundesbank: "Die Wahrscheinlichkeit, als Privatperson überhaupt mit Falschgeld in Berührung zu kommen, ist sehr, sehr gering."

Bargeld ist Vertrauenssache

Der wirtschaftliche Schaden durch Falschgeld spielt also keine große Rolle. Nach Schätzungen geht es um etwa zwei bis drei Millionen Euro, da ist der Schaden durch Ladendiebstahl viel größer. Trotzdem will die Bundesbank Geldscheine, die möglichst schwer zu fälschen sind, im Idealfall hätte sie natürlich gerne unfälschbare Geldscheine. Der Grund: Wenn zu viel Falschgeld im Umlauf ist, könnte das Vertrauen der Bevölkerung ins Bargeld sinken. Darum gibt es nun auch einen neuen 20-Euro-Schein.

"Ein Geldschein ist nur ein Stück bedrucktes Papier. Der Wert dieses Papiers hängt vom Vertrauen der Bürger ab."
Rainer Elm leitet die Falschgeldstelle bei der Bundesbank

Die wenigsten Leute prüfen ihr Geld überhaupt, sagt Rainer Elm. "Sogar die Kassiererinnen nehmen manchmal die Scheine an und legen es einfach so in die Kasse." Diese Gutgläubigkeit zeige, wie hoch das Vertrauen der Menschen ins Bargeld sei. Wenn das anders wäre, würden wir wohl sehr viel genauer die Scheine checken, bevor wir sie in die Tasche stecken - etwa so, wie wir penibel die Mindesthaltbarkeit beim Joghurt prüfen, bevor wir kaufen.

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