Piech und Porsche und wie sie alle heißen. Sie stehen in der Öffentlichkeit - mit ihren Namen für Marke und Unternehmen. Sie erzeugen diesen Klang in unseren Ohren. Es riecht förmlich: nach alter BRD, nach Großindustriellen, nach Dynastie und Familienunternehmen. Welche Rolle spielen die Quandts, Krupps, Boschs und Ottos in Deutschland?

"Familienunternehmen haben eine ganz bedeutende Stellung für die deutsche Wirtschaft", erklärt DRadio-Wissen-Fachmann Andreas Kolbe. Von den Unternehmen in Deutschland sind 90 Prozent in Familienhand. Vom kleinen Kiosk an der Ecke über Sanitärbetriebe bis hin zum großen Konzern.

"Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland ist bei einem Familienunternehmen beschäftigt. Sie machen auch die Hälfte des Umsatzes in Deutschland."
Verband der Familienunternehmen

Es sind die verborgenen Player hinter Aldi und VW. Sie sind nicht alle milliarden- oder millionenschwer, aber das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wer kennt schon die Sick AG aus Waldkirch. Weltmarktführer für Sensortechnik. Oder Probat aus Emmerich am Rhein, die mit ihren Kaffeeröstmaschinen mehr als 100 Millionen Euro umsetzen. Und keiner weiß, dass die großen roten Starkstromstecker von Mennekes im Sauerland gemacht werden.

Industriefamilien sind etwas typisch deutsches. In andern Ländern gibt es zwar auch starke Familien, in Italien zum Beispiel Ferrero, Benneton und Barilla, aber eben nicht so viele. Die Stiftung Familienunternehmen hat mehr als 170 gezählt, die einen Umsatz von mindestens einer Milliarde Euro haben. Klingt beeindruckend, aber auch beängstigend. Schnell denkt man an machtbesessene Oligarchen. So ist es zum Glück nicht.

"Über 'The German Mittelstand' gibt es Kapitel in Lehrbüchern für Management."
Andreas Kolbe aus der Wirtschaftsredaktion des Deutschlandfunks

Deutsche Familienunternehmen sind groß geworden, weil sie innovative Ideen hatten. Sie sind Tüftler, die erfolgreich irgendein Produkt auf den Markt gebracht haben. Ihre Stärke ist langfristig im Sinne der Firma zu planen und zu investieren. Häufig sind sie in abgeschiedenen Regionen zu Hause. Dort wird der Heimatvereine, der Sportvereinen und der Spielplätze gesponsert. So übernehmen sie in vielen Fällen wertvolle gesellschaftliche Verantwortung - und das ist ganz und gar nicht oligarchisch.