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Der Verein Paris Saint-German bietet einen sogenannten Fan-Token an - eine Art Mischung aus Kryptowährung und Aktie. Bei einem deutschen Verein gab es gegen dieses Konzept massive Kritik.

Der argentinische Fußballspieler Lionel Andrés "Leo" Messi Cuccittini hat 21 Jahre beim FC Barcelona gespielt. Dass er zum Klub Paris Saint-German gewechselt ist, war in der Fußballwelt ein ziemlicher Knaller. Ein interessanter Nebenaspekt: Messi hat als eine Art Begrüßungsgeschenk sogenannte Fan-Tokens bekommen - eine Form von Kryptowährung mit Ähnlichkeiten zu Aktien. Zurzeit haben sie einen Gegenwert von mehreren Millionen Euro. Die genaue Höhe ist nicht bekannt.

"Die Formel 1 soll Interesse an dem Fan-Token-Konzept haben. Dann können die Token-Besitzer vielleicht in Zukunft über das Design der Rennautos mitbestimmen."
Andreas Noll, Deutschlandfunk Nova-Reporter

Die Idee hinter Fan-Tokens: Sie sind ein Mittel, um die auf der Welt verstreuten Fans der Top-Klubs stärker an ihre Vereine zu binden. Der Fan-Token ist nämlich nicht nur eine Kryptowährung, die gehandelt wird, sondern erlaubt dem Fan auch, beim Verein bei kleineren Entscheidungen mitzureden.

Via App könnten Fan-Token-Besitzer zum Beispiel bei Vereinsentscheidungen mitbestimmen, etwa darüber, wie der Mannschaftsbus aussehen soll, was auf der Kapitänsbinde steht oder wie der Spielertunnel im heimischen Stadion ausgestattet werden soll. Auch Videokonferenzen mit einzelnen Spielern stehen auf der Liste. Hinzu kommt das übliche Arsenal, das man von Kundenbindungskarten kennt: zum Beispiel Rabatte im Fan-Shop.

Andere Vereine haben ebenfalls Interesse

Der Fußballclub Paris Saint-German (PSG) hat die Token im Januar 2020 an der Krypto-Börse eingeführt und generiert mit dem Verkauf Einnahmen. In den Tagen rund um die Messi-Ankunft in Paris soll das Handelsvolumen dieser PSG-Tokens bei mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar gelegen haben. Der Kurs des Fan-Tokens kann steigen und fallen. Er hängt auch vom sportlichen Erfolg des Vereins ab.

Auch andere Vereine haben Konzepte von Fan-Tokens entwickelt, etwa AC Mailand, FC Barcelona und Manchester City.

Borussia Dortmund hat die Pläne nach massiver Kritik wieder aufgegeben. Die Fans hatten unter anderem Angst, dass dadurch die etablierten Mitbestimmungsorgane wie der Fan-Rat ausgehöhlt würden. Dafür soll die Formel 1 Interesse an dem Konzept haben.